Blogeinträge zu ClimateCulture-Lab

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Das ClimateCulture-Lab ist mit dabei!

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Screenshot des STLMit seiner Change-Management-Methode „Theory U“ hat Otto Scharmer und sein Team einen Handlungsansatz entwickelt, der Führung aus der Perspektive der Zukunft heraus ermöglicht. Die Methode ist  mehrfach preisgekrönt und international verbreitet ODER in Anwendung. Aspekte der „Theory U“ und das U-Modell kommen auch in unseren CCL-Werkstätten zum Einsatz.

Bereits in den vergangenen Jahren hat das am MIT ansässige Presencing Institute, das Otto Scharmer leitet, in regelmäßigen MOOCS (massive Open Online Courses) seine Methoden sehr praxisnah vermittelt – u.a. in Form des Kurses „u.lab – leading from the emerging future“.

In diesem Frühjahr bis Sommer bietet das Presencing Institute exklusiv für NGOs, Unternehmen und Teams, die sich im Nachhaltigkeits-Kontext engagieren, ein neues Format an - das Societal Transformation Lab (STL).

Mehr als 300 Teams aus der ganzen Welt wurden aufgrund ihrer Bewerbungen zur Teilnahme ausgewählt – darunter auch Vertreter*innen aus sehr renommierten Organisationen. Mit dabei ist unser ClimateCulture-Lab! Wir sind gespannt und freuen uns sehr über diese Chance und auf die gemeinsame Reise. Wir möchten den frischen Wind und diese Unterstützung für die Weiterentwicklung des CCL-Projektes nutzen, sowie Erkenntnisse daraus mit der CCL-Community teilen und in unsere Arbeit in den Kommunen einfließen lassen. Wir werden in unseren digitalen Netzwerken und hier auf unserem Blog auf der CCL-Plattform darüber regelmäßig berichten.


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Hintergrund

Was ist das STL?

… eine multi-lokale Innovationsreise für Teams, die weltweit nachhaltigere und gerechtere soziale Systeme mitgestalten. Der jüngste Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC – vereinfacht „Weltklimarat“) weist darauf hin, dass die Menschheit im nächsten Jahrzehnt einen radikalen Wandel von beispiellosem Ausmaß durchlaufen muss, um eine Klimakatastrophe zu vermeiden. Dies erfordert eine schnelle und tiefgreifende Veränderung der grundlegenden Denkmuster, die unsere sozialen Systeme stützen. Wie wir diesen Wandel im Denken und Verhalten in einem beispiellosen Ausmaß rasch vorantreiben können, ist die Herausforderung, der wir uns jetzt als Gesellschaft gegenübersehen. Einen Handlungsansatz dazu entwickeln die Expert*innen des STL.


Die Ziele des STL sind für uns:

Im CCL-Projekt mit neuen Herangehensweisen und Methoden

  • die tieferen Kräfte in sozialen Systemen unserer Kontexte verstehen und einbeziehen zu lernen, die entweder Hindernisse, bzw. Herausforderungen oder Hebel für den sozialen Wandel sein können.
  • das „Prototyping“ / Herausarbeiten neuer Wege nachhaltiger co-creativer Zusammenarbeit des CCL in Multi-Stakeholder-Zusammenhängen befördern.
  • gemeinsam das co-creative CCL-Projekt 2.0 entdecken, kristallisieren und verstetigen.


[ Geändert: Mittwoch, 9. Januar 2019, 13:09 ]
 
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CO2-Minderungspfade

Wenn in der Diskussion um den Klimawandel in den letzten Jahren eines sicher war, dann das: der nervöse Blick auf  Emissionsreduktionskurven die den Zusammenhang zwischen CO2-Reduktionspfad und Zeithorizont zeigen. Wir lernen: wäre die Klimaschutzkonferenz 2009  in Kopenhagen erfolgreich gewesen, müssten sich die Politiker heute nicht die Köpfe über schnelle und hohe Minderungsraten zerbrechen (rote Linie). Wirksame Veränderungen wurden Jahr um Jahr auf die lange Bank geschoben und die Treibhausgaskonzentration ist sogar weiterhin gestiegen (410 ppm im Jahr 2018 versus 380 im Jahr 2008).

Nun ist dies hier kein Blog für wissenschaftliche Zahlenspiele, sondern für KlimaKultur-Wandel. Dennoch ist es wichtig sich klar zu machen, dass die beiden Grafiken mit wenigen dünnen Linien eine simple Realität illustrieren: in knapp zehn Jahren muss sich unser gesamtes Leben radikal ändern. Mit „uns“ sind dabei all die Länder gemeint, deren heutiger CO2-Ausstoß bei über einer Tonne pro Person und Jahr liegt (Wir erinnern uns: in Deutschland sind wir derzeit noch bei zehn). Hat nun die am späten Samstagabend beendete UN-Klimakonferenz in Katowice einen entscheidenden Schritt in diese Richtung getan?

Gruppe der High Ambition Coalition


                                                                                                       

Formal gesehen lässt sich die Frage mit „nicht entscheidend, aber ein bisschen“ beantworten, inhaltlich eher mit „nein“. Ein bisschen, weil mit dem Katowicer Klimapaket tatsächlich das im 2015er Klimavertrag vorgesehene Regelbuch von allen 196 Vertragsstaaten verabschiedet wurde, das für die Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels verbindliche Umsetzungsleitlinien vorschreibt. Diese machen den Ländern detaillierte Kontrollvorgaben zur Messung und Offenlegung ihrer Emissionen sowie zur Verbesserung und Aktualisierung ihrer Emissionspläne. Auch beim Thema Klimafinanzierung einigte man sich auf ein Berichtswesen und Buchhaltungsregeln. Unterm Strich gibt es jetzt also eine Betriebsanleitung, wie der Reduktionsprozess weltweit funktionieren kann.

Das inhaltliche „Nein“ hat dagegen viele Facetten. Die Vereinbarkeit der internationalen Finanzflüsse mit den Pariser Klimazielen ist zwar sehr hilfreich, aber das avisierte „level of ambition“, also die gemeinsam angepeilten Einsparungsanstrengungen, sind eindeutig ungenügend. Nur zwei Beispiele: USA, Russland und Saudi-Arabien weigerten sich, den von der Klimarahmenkonvention UNFCC selbst in Auftrag gegeben IPCC-Sonderbericht zu den Folgen einer Erwärmung um 1,5 Grad zu begrüßen. Man nahm die warnenden Ausführungen lediglich zur Kenntnis und senkte mit diesem entmutigenden Signal den gemeinsam vereinbarten Handlungsdruck. Schon hier zeigt sich, wie sehr auch in Katowice die bisherige Chronik des Zögerns fortgeschrieben wird.

Ein weiteres Merkmal der nur gebremsten Handlungsbereitschaft der Staatengemeinschaft ist das Vertagen strittiger Fragen. Dies ist der zweite inhaltliche Misserfolg von Katowice, z.B. Stichwort Schlupflöcher. Dabei geht es um das technisch schwierige Kapitel CO2-Handel, also um die gegenseitige Verrechnung von Klimaschutzmaßnahmen. Einige Länder wie etwa die Schweiz wollen sich von Reduktionsverpflichtungen im eigenen Land teilweise freikaufen, indem sie CO2-Einsparprojekte anderswo, etwa in Brasilien finanziell ermöglichen. Nun forderte aber Brasilien in Katowice, dass diese Einsparungen ebenfalls Brasilien angerechnet werden müssten, was auf eine doppelte Zählung hinausliefe. Eine abwegige Idee, deren Lösung sich als zu kompliziert erwies und die auf die nächste COP verschoben wurde.

Ob die Verhandlungen diesen Konflikt 2019 lösen können, steht in den Sternen, denn dann wird der neue rechtskonservative Präsident Jair Bolsonaro im Amt sein, für den Umwelt- und Klimaschutz ebenso zweitrangig sind wie für den derzeitigen US-Präsidenten. Es bleibt hier zu hoffen, dass mit dem progressiven Chile als Austragungsort für die nächste COP in Südamerika ein klimafeindlicher Dominoeffekt, ausgelöst von Bremserstaaten, verhindert wird. Denn trotz aller Schwierigkeit lebt der Geist des Multilateralismus mit der Verabschiedung des Regelbuchs. Die Einigung und das Schlussdokument von Katowice können auch als Beleg dafür gesehen werden, dass die Weltgemeinschaft bereit und handlungsfähig ist, den Klimaschutz gemeinsam voranzutreiben.

Womit wir zur Anfangsfrage zurückkehren, was das alljährliche Konferenzritual denn nun eigentlich bringt. Tagesschaukommentator Werner Eckert zieht folgendes Fazit aus Katowice: „Beim derzeitigen Tempo bremst alles, was bisher beschlossen wurde, die Erderwärmung, aber es verhindert die Heißzeit nicht.“ Hinderungsfaktoren für ein rasches Handeln sind bekanntermaßen die kurzfristigen wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen der Länder: unter anderem wären da das Erdöl der Golfstaaten, der Wunsch nach ebenbürtiger ökonomischer Entwicklung der Schwellenländer, die technischen Exportgüter von Ländern wie Deutschland oder weltpolitische Pokerspielattitüden etwa von Russland. Das Ringen um einen Konsens zwischen diesen antagonistischen Kräften erzeugt einen zähen Prozess, der bisher keine fundamentalen Veränderungen einleiten konnte, weil dazu die politische Bereitschaft in den für den Prozess entscheidenden Ländern immer noch fehlt. Gleichzeitig spiegelt sich in dem gemeinsamen Vorgehen aber das historisch einzigartige Bemühen, auf demokratische Weise eine gemeinsame Willensbildung herbeizuführen. Das sollte man angesichts des weltweiten Erstarkens autoritärer Kräfte nicht vergessen

Zu einer lebenswerten Gesellschaft gehört (neben sozialer Gerechtigkeit!) nicht nur die Freiheit von desaströsen menschenverursachten Naturereignissen, sondern auch die Freiheit zur Selbstverantwortung und Selbstbestimmung. Letzteres ist nur in einem demokratischen Prozess möglich, den man aushalten muss (wie es so schön heißt) – und dessen Ausgang immer ungewiss ist. Gerade weil die Klimaschutzkonferenzen keine von „oben“ diktierten Einzelveranstaltungen sind, sondern ein weltweiter Prozess, sind sie offen für historische, eventuell auch disruptive Entwicklungen.

Politische Veränderungen gehen manchmal schnell, und zwar dann, wenn die Zeit reif ist. Dieses Jahr konnte man spüren, wie es unter der Oberfläche zu brodeln begann. Weltweit kämpfen NGOs für den Kohleausstieg, andere Lebensstile wie etwa vegane Ernährung werden immer populärer. Waldbrände und der Hitzesommer haben vielen Menschen zu denken gegeben, das Wort des Jahres in Deutschland heißt „Heißzeit“. Auch bei uns wird deutlich, dass der Klimawandel ganz reale Wirtschaftsfolgen haben wird, wie das Umweltbundesamt in seiner jüngsten Studie zeigt. Gleichzeitig gibt es jede Menge weiterer Entwicklungen, die (auch in Kombination) mögliche sprunghafte Dynamiken auslösen können – z.B. Verlust an Biodiversität, Erschöpfung der natürlichen Ressourcen, aber auch soziale Phänomene wie die Digitalisierung der Arbeitswelt, Krisen, Kriege, Flucht. Vor diesem Hintergrund sind tiefgreifende Änderungen in den nächsten zehn Jahren sehr wahrscheinlich -fragt sich nur, wie freiwillig, wie demokratisch, wie bewusst wir sie noch steuern werden können, wenn wir nicht bald einlenken.

Wo unsere Wohlstandsgesellschaft mit ihren Einkaufsroutinen aktuell steht, das zeigt sich an Weihnachten in konzentrierter Form. Angesichts der Massen an Plastikweihnachts- und Wohlstandsmüll möchte man nur ganz laut „Halt“ rufen. Doch was dann, wenn wir die Stopptaste wieder lösen? Das mindeste, was jede*r Einzelne sofort tun kann, ist, sich bei jedem Kauf zu fragen: „Brauche ich das wirklich?“ Diese achtsame Haltung, die für das CCL eine wichtige KlimaKultur-Wandel-Methode ist, hilft bei der Selbstbefreiung vom Suchtzwang der „Konsumbulimie“. Die Praxis der Achtsamkeit schärft die eigene Wahrnehmung und baut innere Stärke auf. Die werden wir garantiert brauchen, um uns gemeinsam durch die Transformation der kommenden Jahre zu navigieren.

In diesem Sinne uns allen eine klimafreundliche Navigation durch die Feiertagsklippen und einen EE*- Start ins neue Jahr!

(*energetisch erneuerten)

Wer noch mehr zur COP24 in Katowice und ihren Ergebnissen wissen will, findet hier weiter nützliche Informationen:

ZDF.de, faz.net, tagesschau.de ,  sueddeutsche.deklimareporter.de, dlf.de, BMU.de

Außerdem hat das österreichische Umweltministerium sehr gut lesbare Infos:

https://www.bmnt.gv.at/umwelt/klimaschutz/internationales/klimakonferenzen/Einigung-in-Katowice.html

https://www.bmnt.gv.at/umwelt/klimaschutz/internationales/klimakonferenzen/ergebnisse-cop24.html


[ Geändert: Donnerstag, 20. Dezember 2018, 18:59 ]
 
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Menschen stehen im Kreis im Ratssaal Viernheim, führen ZweiergesprächeDas Jahresende naht und das CCl hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Am 30.11.2018 fand die erste überregionale CCL-Werkstatt statt. Vor allem aus dem südlichen Teil Deutschlands trafen sich dreißig Teilnehmer*innen im Rathaus Viernheim.

Gemeinsam mit den Referent*innen blickten sie auf Erreichtes zurück und arbeiteten anschließend engagiert an Fragestellungen zum Thema „Kommunikation“. Gleichzeitig eröffnete diese erste Gesamtveranstaltung auch einen neuen Verbreitungskanal: für die Teilnehmenden zweier Online-Hubs wurde unsere Zusammenkunft über das Internet gestreamt.

Hinter den „Überregionalen Werkstätten“ steckt die Idee, ab Beginn des dritten Projektjahrs Erfahrungen aus den vorangegangenen Einzelwerkstätten auszutauschen und zu bündeln sowie sich zu vernetzen und nächste Schritte gemeinsam zu planen. Drei Treffen dieser Art sind vorgesehen - als Veranstaltungsort für das erste hatte sich die südhessische Kommune Viernheim bereit erklärt, die bereits eine Einzelwerkstatt im November des Vorjahres durchgeführt hatte. 2019 werden zwei weitere in der Mitte und im Norden Deutschlands folgen. Die überregionalen Werkstätten entsprechen so der CCL-Logik, bundesweit präsent zu sein und allen Interessierten eine Teilnahme in „ihrer Nähe“ zu ermöglichen.

„Hubs“ – ein brandneues CCL-Format

Ratssaal Vierheim, Mulitmedia-Kamera AufbauWer nicht reisen kann, aber trotzdem am CCL mitarbeiten möchte, hat außerdem die Möglichkeit, parallel zur Gesamtwerkstatt einen sogenannten Online-Hub zu initiieren. In Viernheim wurde dieses neue Format zum ersten Mal erfolgreich getestet. Zu diesem Zweck begleitete uns der Filmdienstleister Andrea Barthel und baute eine beeindruckende Techniklandschaft mit einem Multicamera-Video-Livestream auf.

Die größte Hürde meisterte er gleich zu Beginn. Er hatte die Nerven, Wege zu finden, wie die starke Firewall der Stadt Viernheim, also die digitale Schutzmauer rund um das Rathausnetz überwunden werden konnte. Erst zehn Minuten vor Veranstaltungsbeginn gab es schließlich grünes Licht - die gesamte Veranstaltung konnte von einem angemeldeten Teilnehmerkreis in verschiedenen Städten per Internet mitverfolgt werden. Sie waren zu zwei Gruppen, „Hubs“ gebündelt, die je eigene Fragestellungen bearbeiteten. Die Präsentationen in Viernheim dienten den Hubs zur Inspiration; über eine zusätzliche Videokonferenz-Schaltung war es ihnen außerdem möglich, den Referent*innen Fragen zu stellen oder am späten Nachmittag an der abschließenden Fish-Bowl-Diskussion teilzunehmen.

Einzelwerkstatt-Kommunen präsentieren KlimaKulturwandel-Fortschritte

PosterpräsentationDen inhaltlichen Einstieg in den Tag bildete eine Betrachtung des Themas „KlimaKultur-Wandel“ aus kommunaler Sicht. In vier Poster-Sessions berichteten Vertreter*innen aus Karlsruhe, Wörrstadt, Augsburg und Viernheim, wie es nach den Einzelwerkstätten mit den dort entwickelten KlimaKultur-Ideen weitergegangen war.

Oft befeuerten sie bereits angedachte Vorhaben der Kommune oder gaben zusätzliche Impulse. In Viernheim flossen alle Ergebnisse direkt ins neue Klimaschutzkonzept ein. Auch in Karlsruhe ergänzten CCL-Ideen dieses, so wird nun z.B. vom Umweltamt die Idee der Klimakampagne umgesetzt. Aber auch Initiativen wie das Projekte „Private Klassenfahrten“ profitierten vom klimafreundlichen CCL-Inspirationsschub – dank der Werkstatt fanden sich weitere Partner für die Realisierung eines gemeinsamen Projektanstrags. Manche Projektideen wiederum, wie z.B. das Augsburger Thema „Ökosiedlung im Bestand“ erwiesen sich als die sprichwörtlichen „dicken Bretter“, die zwar wichtigen Gesprächsstoff liefern, deren Umsetzung aber erst sehr langfristig möglich sein wird.

Die CCL-Inspirationen halfen allen, die zum KlimaKultur-Wandel vor Ort beitragen, so das Fazit. Dazu gehören natürlich Akteure wie Agenda 21, Umweltstationen, Kommunale Klimaschutzabteilungen, Energiegenossenschaften, Initiativen zu solidarischer Landwirtschaft, Repair Cafes, Lebensmittelretter, usw. aber auch lokale Beratungsangebote wie der Augsburger „Lifeguide“. Als wichtigster Aspekt wurde immer wieder die Notwendigkeit zur Vernetzung der vielen unterschiedlichen Initiativen genannt, die oft noch zu wenig voneinander wissen und keinen Raum für gemeinsamen Austausch zur Verfügung haben.

Das wichtigste gemeinsame Interesse der etwas dreißig Teilnehmenden der überregionalen Werkstatt Süd in Viernheim galt dem Thema Kommunikation. Mit den drei Referent*innen Tatiana Herda-Munoz, Jan Schwarz und Joy Lohmann waren ausgewiesene Profis vor Ort, deren Kurzreferate zu „effizient“, „kreativ“ und „digital kommunizieren“ die Arbeitsgruppenphase nach der Mittagspause (übrigens mit leckerem veganen Büfett) einleiteten.

Drei kommunikative Schwerpunkt-Themen

Was darf man sich unter diesen verschiedenen Schwerpunkten vorstellen? Effizienz steht für die Kosten-Nutzen-Relation und den rationellen Umgang mit knappen Ressourcen – also mit möglichst wenig Einsatz möglichst viel erreichen. In seinem Vortrag erläuterte Jan Schwarz vom Klima-Bündnis, wie man mit leicht verständlicher Kommunikation Bewusstsein schafft, Informationen vermittelt und motiviert. Sein Fazit: Effiziente Kommunikation ist verlässlich, baut Vertrauen auf und stärkt die eigene Positionierung.

Frau im Bett in FussgängerzoneIm Gegensatz zu dieser strategischen Perspektive zeigte der Künstler Joy Lohmann in seinem Vortrag, welche Art der Kommunikation die Herzen der Menschen erreicht.

 Zuhören, Humor und eine multisensuelle Ansprache sind sein Geheimrezept. „Was Sie brauchen, ist die positive Verwirrung der Leute, damit Sie ihre Denkmuster erstmal durcheinander schütteln“.
Wie das gehen kann, zeigte er anhand der Aktion „Urban Living Room“. In der Fußgängerzone von Hannover wurde ein Wochenende lang ein Mini-WG-Zimmer aufgebaut, in dem geschlafen, gegessen und gelesen wurde – sehr zur Verwirrung der auf Einkaufsbummel gepolten Passanten. Und schon ging die Kommunikation los…

Für Tatiana Herda-Munoz schließlich stand beim „digital kommunizieren“ im Vordergrund, dass Kommunikation der Zielgruppe etwas bringen, quasi „einen Mehrwert schaffen“ muss. Besonders wichtig war ihr der Unterschied zwischen einer Digitalstrategie und digitalen Tools (Werkzeugen). Für die Strategie nutzt sie die Methode „Design thinking“. In fünf Schritten geht es darum zu verstehen, die Idee zu entwickeln, den Prototyp entwerfen, zu testen und zu lernen und dann erst die endgültige Kommunikationsstrategie festzulegen. Auf diesem Prozess baut dann die Auswahl der digitalen Tools wie Facebook, Instagram usw. auf.

Weitere Stichpunkte zu ihrer und den beiden anderen Arbeitsgruppen sind hier auf unserer Plattform nachzulesen.
Die Ergebnisse des Tages hielt Joy Lohmann im Rahmen seiner zweiten Rolle als Grafiphic Recorder bei dieser Werkstatt an Hand eines großen Kunstwerks fest. Die gesamte Veranstaltung über setzte er Gehörtes und Wahrgenommenes malerisch auf dem Papier um. Wer zusätzlich zum Bild jetzt gern noch mehr wissen möchte, dem seien die zahlreichen Dokumente hier auf unserer Plattform empfohlen. Noch Fragen? Dann freuen wir uns über einen Kommentar hier unter diesem Blog (das können - wie im Netz üblich - nur angemeldete Nutzer*innen)!
Grafische Ideenskizze des Tages
[ Geändert: Mittwoch, 19. Dezember 2018, 10:58 ]
 
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Lichtung mit abgeholztem Regenwald

Foto:https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deforestation_2074483b.jpg

Zurzeit sorgt ein liebenswertes Animationsvideo im Netz für Furore. Es handelt von einem niedlichen Orang-Utan-Baby, das viel Verwirrung stiftet. Virale Berühmtheit erlangte der Clip aus Großbritannien, weil er dort eigentlich im Fernsehen laufen sollte, aber wegen politischen Inhalts ein Sendeverbot verpasst bekam. Der kleine Affe Rang-Tan will nämlich für eine wichtige Vorweihnachtsentscheidung der Supermarktkette „Iceland“ Werbung machen: sie streicht die Zutat Palmöl bei allen Produkten ihrer Eigenmarke. Wenn das keine frohe Botschaft ist! Sie entstand in Zusammenarbeit mit Greenpeace und ist noch dazu wunderbar erzählt mit der Stimme der großen Schauspielerin Emma Thompson.

Das Sendeverbot hat dem kleinen Film jetzt ein internationales Publikum im Netz eröffnet. Das ist erfreulich, denn viele Menschen begegnen so der Thematik „Palmöl“ zum ersten Mal. Ein wichtiger, wenn auch winziger Schritt in Richtung Aufklärung wurde gemacht- aber gleichzeitig sieht sich die Welt mit einem drohenden Rückschlag konfrontiert. Und das hat mit der Wahl des rechtsextremen Jair Bolsonaro zum Präsidenten von Brasilien zu tun.

Wie im Hintergrundpapier zur CCL-Videosession 5 zu lesen ist, sind längst auch die Amazonas-Regenwälder von Abholzung zwecks Palmölanbaus bedroht und mit ihnen die indigene Bevölkerung. Und das, obwohl sich die Wissenschaft international einig ist, dass der südamerikanische Dschungel als „grüne Lunge“ der Welt einen zentralen Bestandteil des Klimasystems darstellt und damit „eines der Kipp-Elemente im Erdsystem“ ist. Ein bedroliches Szenario baut sich damit am Horizont auf: Wenn der Regenwald verschwindet, verbrennt die Erde, denn neben der CO2 Speicherung spielt auch der Wasserhaushalt der Regenwälder eine globale Rolle.

Dieser Gefahr sind wir mit der Wahl von Jair Bolsonaro vielleicht ein gutes Stück näher gerückt. Brasilien ist das fünftgrößte Land Südamerikas mit 60% der Gesamtfläche des Waldes. Jair Bolsonaro will eine Autobahn durch den Regenwald bauen und noch stärker als bisher Rodungen durchführen. Dies ist im Sinn der brasilianischen Agrarindustrie, die u.a. weitere Palmölplantagen plant. Minoritäten wie die Indigenen müssen sich in Bolsonaros Augen der Mehrheit beugen, sprich ihre angestammten Territorien sollen für den Bergbau geöffnet werden. Die Klimaschutzorganisation Germanwatch fürchtet deshalb schwere Verletzungen der Menschenrechte.

Inzwischen hat Bolsonaro zumindest seine ursprüngliche Drohung, aus dem Pariser Klimaschutzvereinbarung auszutreten, zurückgezogen. Vermutlich aus Angst vor der Drohung von Frankreichs Präsidenten Macron, die EU würde keine Handelsabkommen mehr mit Aussteigern aus der Vereinbarung abschließen. Für die anstehenden UN Klimaverhandlungen in Katowice verheißt die Wahl Bolsonaros trotzdem nichts Gutes. Gerade die Allianz aus USA, China, den kleinen Inselstaaten, der von Deutschland, England und Frankreich angeführten EU sowie Brasilien hatte das Zustandekommen des Pariser Klimavertrags eingefädelt. Bolsonaro,Trump, die mit dem Brexit überforderte May und (Ex-Klima-)Kanzlerin Merkel werden sich im kohlefreundlichen Polen kaum zu den versprochenen CO2-Einsparungen durchringen können.

Keine guten Aussichten angesichts alarmierender Wissenschaftsberichte über den fortschreitenden Klimawandel. Die einflussreiche Wirtschaft zeigt sich davon unbeeindruckt und setzt auf ein ‚fröhlich weiter wie bisher‘, denn: „Bolsonaro ist der Wunschkandidat der Märkte“, wie die Deutsche Bank vor dessen Wahl twitterte. Dabei würde vermutlich nur ein größerer Wirtschafts- und Handelsboykott den brasilianischen Präsidenten von seinen klimafeindlichen Politikplänen abbringen.

Wir fragen uns, aber auch Sie/Euch, liebe Leser: Was können wir daran ändern? Sicherlich reicht es nicht, die palmölfreien Eigenprodukte einer Supermarktkette zu kaufen. Ein totaler Konsumverzicht zu Weihnachten und der Umstieg auf ein vegetarisches/veganes Festtagsmenü wären da schon deutlichere Signale. Nicht weil damit so viel bewegt würde. Vielmehr halten wir es mit dem Kulturredakteur Tobias Haberkorn, der seinen Zeit-Essay „Die Sintflut kommt“ mit den Worten beschließt: „Wer sich für das Richtige einsetzt, tut das nicht, weil er glaubt, es wird funktionieren. Er tut es, weil es das Richtige ist. Ethisches Handeln muss nicht skalierbar sein, um ethisch zu sein.“

Und in der Zwischenzeit ist es auch nicht falsch, neben klimafreundlichem Alltagshandeln am 1. Dezember in Köln oder Berlin bei der Anti-Kohle-Demo zum Auftakt der Klimakonferenz dabei zu sein. Was meinen Sie?


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[ Geändert: Freitag, 23. November 2018, 09:14 ]
 
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von Marian CCL - Donnerstag, 20. September 2018, 20:10
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Baumhaus, Baumwipfel, Strickleiter zwischen Wipfeln

Foto: MaricaVitt CC4-Lizenz

Die philosophische Ethik lehrt, dass sich Normen und Werte durch gesellschaftliche Aushandlungsprozesse verändern. Das klingt abstrakt, kann aber zurzeit besonders gut beobachtet werden: Ist es legitim einen Wald zu roden, damit noch mehr klimafeindliche Kohle aus der Erde geholt werden kann? Ist es legitim, einen Wald zu besetzen, damit eben jenes verhindert werden kann? Wessen Willen repräsentiert die NRW-Landesregierung, wenn sie die Räumung dieses Waldes anordnet? Wessen Willen repräsentiert die Bundesregierung, deren Kohlekommission den Ausstieg aus der veralteten Energietechnik bis mindestens Mitte der 2030-er Jahre hinauszögern will? Und warum ändert sich alles, wenn plötzlich ein Unglück geschieht?

„Momo“, der Sprecher der Waldbesetzer im Hambacher Forst, brachte es noch in der Woche vor dem tödlichen Sturz des jungen Journalisten Steffen Meyn auf den Punkt. Laut Spiegel Online stellte "Momo" fest, dass 200 Aktivisten gegen Tausende von Beamten keine Chance hätten, die Besetzung aufrecht zu erhalten. Er hoffte aber darauf, den „Kampf um die öffentliche Meinung noch gewinnen“ zu können. Das öffentliche Echo zu diesem Zeitpunkt war durchaus gespalten. Einerseits zeigten die Hörerbeiträge in der Deutschlandfunksendung „Kontrovers“ vom 17.9.2018 zum Streit um das symbolträchtige Waldstück ein eindeutiges Bild.  Fast alle Anrufer plädierten für eine enkelfreundliche Klimapolitik und den Ausstieg aus der Braunkohle.
In der Online-Ausgabe der Sonntags-FAZ dagegen titelte die Politikjournalistin Friederike Haupt am 16.9.2018: „Wie Reichsbürger mit Rastas“. Sie setzte in ihrem Kommentar die Waldaktivisten mit staatsnegierenden Wutbürgern gleich, argumentierte mit der geltenden Rechtslage und Straftaten, die in Hambach begangen wurden. Ihre Alternativempfehlung zur Besetzung zielte auf parteipolitische Betätigung, etwa bei den Grünen.

Womit wir wieder bei den Ausgangsfragen wären. Denn wer sich bei schwierigen Themen wie dem Klimaschutz engagiert, weiß, dass festgefügte (auch kommunale) Machtverhältnisse politikbestimmend sind. Wie also ankommen gegen die Beharrungskräfte des Ewiggestrigen? Sind es immer nur die tragischen Ereignisse wie beispielsweise ‚Fukushima‘, die ein Umsteuern bewirken? Wie ist das Gefühlsgemisch aus Wut, Resignation und Verzweiflung zu überwinden, das sich einstellt, wenn Politikmuster und Floskeln im Alltagsgeschäft ständig wiederholt werden?

Die mediale Wahrnehmung des Hitzesommers 2018 als Zeichen, dass Klimawandel auch bei uns spürbar geworden ist, verhalf sicherlich dazu, dass der Hambacher Forst schnell zum Symbol für den Streit um die Kohleverstromung avancierte (es wurden sogar Vergleiche mit dem Kampf um den „Schnellen Brüter“ in Wackersdorf gezogen). Viele Bürger*innen sind inzwischen für das Thema Kohleverstromung sensibilisiert. Doch können und wollen sie auch zu einem Politikwandel beitragen?

Die Palette der legalen Möglichkeiten, den eigenen Willen geltend zu machen, ist überschaubar. Wenn die Kohlekommission tagt, die über den Ausstieg aus der Braunkohle berät, haben Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher darauf keinen Einfluss. Das Gefühl, dass nicht nur in dieser Frage über den eigenen Kopf hinweg entschieden wird, führt entsprechend bei vielen Menschen zur politischen Apathie und bei Einzelnen sogar zur Radikalisierung. Ein dritter Weg, der noch nicht beschritten wird, wäre jedoch eine Reform unserer demokratischen Prozesse!

Ein tiefgreifender Normen- und Wertewandel geht mit der Frage einher, wie Institutionen funktionieren und wie beispielsweise die politische Teilhabe geregelt ist. In einem kürzlich vom oekom verlag herausgegebenen Buch macht ein Experte für Entscheidungsfindung einen äußerst interessanten Neuerungsvorschlag, der vor allem auch auf kommunaler Ebene anwendbar ist und in einigen kleinen Orten in Österreich bereits ausprobiert wird. Erik Visotschnig stellt in „Nicht über unsere Köpfe“ eine Alternative vor, die es Beteiligten ermöglicht, sich effektiver in private, politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse einzubringen. Dadurch entsteht nach seiner Ansicht eine neue demokratische Kultur, in der nicht länger Großkonzerne und kapitalstarke Interessengruppen, sondern Bürger das Sagen haben. Wie es funktioniert, wird im WDR-Beitrag hier anschaulich erklärt. 

Vielleicht tut sich die Politik mit dem Thema Klimaschutz so schwer, weil Bürger*innen einerseits aufgefordert werden, ihren Teil beizutragen, andererseits ein tatsächliches Engagement aber eingefahrene Machtverhältnisse bedroht. Zuletzt geschah dies 2012 durch die Bürgerenergiewende, die die großen Stromerzeuger ins Wanken brachte. Seither haben RWE & Co es zwar verstanden wieder die Oberhand zu gewinnen, die allgemeine Unzufriedenheit in Deutschland über das auf allen Ebenen erstarrte Politiksystem ist dadurch aber wahrscheinlich nicht kleiner geworden.

Statt an dieser Stelle mit Demokratieverdrossenheit zu reagieren, wäre es wohl viel sinnvoller, Vorschläge wie den von Erik Visotschnig zu testen. Gerade in kleineren Kommunen könnte damit ein neuer Politikstil erprobt werden. Was meinen Sie? Reizt es Sie, diese Art der Entscheidungsfindung in Ihrem Arbeitsumfeld mal zum Einsatz zu bringen?

Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!



[ Geändert: Freitag, 21. September 2018, 09:38 ]
 
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von Marian CCL - Freitag, 17. August 2018, 16:42
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Weintrauben

Bild: Usien*

Wußten Sie, wie die Weinkategorie „Spätlese“ entstand? Die Antwort finden Sie in unserer CCL-Pressespätlese zum langsam beginnenden Sommerausklang. Der Tenor der Artikel ist leider nicht immer weinselig beschwingt-dionysisch, denn der Hitzesommer brachte eine signifikante Verschiebung mit sich. Immer mehr Menschen nehmen wahr, dass etwas nicht stimmt mit dem Wetter. Aber begreifen wir wirklich, was da geschieht und wovon wir in diesen Tagen Zeugen wurden?

Langsam geht es in den Endspurt für diesen Sommer –zumindest, wenn man der Vorhersage fallender Temperaturen für die zweite Hälfte der nächsten Woche Glauben schenkt. Ob die ausgetrockneten Stadtbäume dann auch tatsächlich ausreichend Regen bekommen, bleibt abzuwarten. Ein endgültiges Fazit der vorangegangenen Hitzemonate wäre noch zu früh. Was, wenn es beispielsweise mit dem Wetter einfach so weiterginge, etwa wie im Jahr 1540? Damals herrschte eine beispiellose Trockenphase in Europe, die sich durchaus wiederholen könne, so der pensionierte Klimaforscher Christian Pfister. Über seine Arbeit und die Parallelen zu heute berichtet ein Artikel in Spektrum.de. (Dort findet sich auch der Hinweis auf die Entstehung der Spätlese.)

Aber auch wenn sich bald ein ganz normaler Herbst einstellen sollte – die Nachrichten der letzten Wochen haben wohl den meisten Menschen klargemacht, dass der Klimawandel auch bei uns angekommen ist. Am einfachsten und anschaulichsten schildert das Wetterfrosch Sven Plöger, wenn er von der veränderten Dynamik der Jetströme spricht. Wer anderen gut und knapp den Zusammenhang zwischen stehenden Wetterlagen und Klimawandel erklären möchte, findet bei Plöger hier die besten Argumente. Diese könnten sich in Kommunen als hilfreich erweisen, in denen das Thema Klimaschutz bisher nur Achselzucken hervorgerufen hat.

„Gut möglich, dass der Sommer 2018 einen Wendepunkt markiert,“ schreibt die Zeit Anfang August  und diagnostiziert, dass wir in diesem Hitzesommer die Zukunft sähen. Dem ist nur zuzustimmen. Viele Menschen fühlen bereits die Veränderung. Knallender Sonnenschein ist plötzlich kein „schönes Wetter“ mehr, sondern unangenehm bis bedrohlich für viele Menschen, Tiere und Pflanzen. Trotzdem gilt es, bei alarmierenden Nachrichten ganz genau hinzuhören. Wer beispielsweise nur zwischen Tür und Angel die Pressemeldung des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung „PIK“ mitbekommen hat, könnte meinen, die angekündigte „Heißzeit“ mit einem Meeresspiegelanstieg von 60 Metern erwarte uns bereits zum Ende dieses Jahrhunderts. Dabei bezieht sich die Prognose des PIK und weiterer beteiligter Institute eher auf das gerade begonnene Erdzeitalter des Anthropozäns. Es geht in dem zu Grunde liegenden wissenschaftlichen Artikel darum, dass  unsere sozialen und technischen Entscheidungen der nächsten zehn bis zwanzig Jahre Auswirkungen auf die nächsten 10.000 bis 100.000 Jahre haben können.

Aber noch ist es nicht völlig zu spät, auch wenn sich Dürrezeiten und Starkregenfälle wegen der bereits stattgefundenen CO2-Akkumulation in der Atmosphäre in jedem Fall häufen werden. Die ungemütliche Wetterlage dieses Sommers sollte Ansporn sein mit Anpassungs- und Vermeidungsmaßnahmen jetzt zu beginnen oder sie auszubauen. Nichts wäre verkehrter als gelähmt zu resignieren. Denn die mögliche Handlungspalette ist groß. Die Zeitjournalistin Petra Pinzler fasst ein ganzes Bündel möglicher Maßnahmen unter dem Begriff der „Resilienz“ zusammen – vom Umbau der Landwirtschaftssubventionen bis hin zur Beschleunigung der Energiewende. 

In der New York-Times wird das Thema auch noch einmal unter dem Aspekt der persönlichen Haltung beleuchtet.  Zurzeit finde eine Verschiebung statt, heißt es da. Aber wir laufen mit unserem Bewusstsein den Ereignissen quasi hinterher – wir sind nicht auf der Höhe der Ereignisse. Wörtlich schreibt die New York-Times: „We haven’t caught up to it.” Dabei, so erklärt Diplompsychologin und Neurowissenschaftlerin Britta Hölzel im Interview mit Dr. Felix Wagner in CCL-Videosession 4, beginne eine Veränderung im Handeln mit einer aufmerksamen Wahr-Nehmung der eigenen Umwelt! Durch Achtsamkeitspraxis und damit durch das Gewahrwerden der eigenen Empfindungen sowie einer wachen Beobachtung der äußeren Welt entstehe eine neue Offenheit und Handlungsfreiheit. Hier geht es zur Video-Session 4, in der Sie Anregungen bekommen, mit offenen Augen den Veränderungen in unserer Welt zu begegnen und sich für klimafreundliche Handlungsalternativen zu entscheiden. Denn aktiv zu werden und selbst zu einer enkeltauglichen Lebensweise beizutragen, ist die sinnvollste Reaktion auf die beunruhigenden Nachrichten des langsam verklingenden Hitzesommers.

*Dieses Bild ist lizensiert unter einer Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.  

Original hier



[ Geändert: Dienstag, 21. August 2018, 23:46 ]
 
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von Marian CCL - Montag, 30. Juli 2018, 18:03
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Grafik Nicht ohne Climate Fair

Collage: CCL

"Der 29,90 Euro-Irrsinn" lautete gestern eine SZ-Schlagzeile. Berichtet wurde über die Sperrung des Münchner Flughafens wegen einer Sicherheitspanne - mitten im Urlaubsreiseverkehr. Aber, so die SZ, das eigentliche Problem sei, dass Fliegen viel zu billig ist. "Viele Flugtickets sind nur scheinbar günstig", heißt es da. Service, Pünktlichkeit, Nachtruhe der Anwohner blieben auf der Strecke. Stimmt. Aber wovon die SZ nicht schreibt: die viel zu günstigen Flugtickets tragen in besonderem Maß zum Klimawandel bei!

Wem Klimaschutz am Herzen liegt, der/die weiß das natürlich. Seit Jahren gibt es deshalb auch Unternehmen, bei denen man die eigenen Flüge "kompensieren" kann. Damit ist eine Spende gemeint, mit der die Kompensationsunternehmen  Investitionen in weltweite CO2-Einsparprojekte finanzieren. Das ist zwar besser als nichts, aber: die Anlageprojekte liegen dort, wo es besonders preiswert ist Klimaschutzmaßnahmen durchzuführen, in den sogenannten "Entwicklungsländern".

Klimaschutz in Deutschland dagegen ist deutlich teurer, aber nicht weniger notwendig. Deshalb hat die Klimaschutzs+ Stiftung eV unter der Schirmherrschaft von Ernst Ulrich von Weizsäcker die Kompensationsorganisation "Climate Fair" gegründet. Diese neue Organisation ist nicht nur lokal verankert, sie ist auch ein Graswurzelprojekt. Sie ermöglicht eine Einzahlung in Bürgerfonds vor Ort, die die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland möglich machen.

Das geht folgendermaßen: auf der Website von "Climate Fair" ermittelt man die sozioökologischen Folgekosten der eigenen Reise mittels eines Online-Rechners. Danach wählt man den Bürgerfond aus, den man unterstützen möchte und zahlt das Geld ein. Finanziell bedacht werden ausschließlich gemeinnützige Projekte, die transparent agieren und einen eindeutigen Beitrag zur Ausgestaltung einer sozial und ökologischen gerechten Gesellschaft leisten.

Natürlich ist Climate Fair ein Stück teurer als andere Unternehmen, aber in jeder Hinsicht gerechter. Weil wir Verantwortung für die Kosten hier bei uns übernehmen, und nicht da, wo es billig ist. Das sollte uns der Klimaschutz allemal wert sein. Und wer genauer wissen will, wie Climate Fair arbeitet, dem seien die sehr gut aufbereiteten FAQs ans Herz gelegt.



[ Geändert: Montag, 30. Juli 2018, 18:08 ]
 
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von Marian CCL - Freitag, 25. Mai 2018, 07:17
Weltweit öffentlich

In lockerer Reihenfolge stellt CCL an dieser Stelle Inspirationen zum KlimaKulturWandel vor, die Kolleg*innen im Rahmen von NKI-Projekten, der TransitionTown-Bewegung oder einem vergleichbaren Umfeld durchgeführt haben. Dieses Mal präsentieren wir „KlimaKunstSchule“, durchgeführt von BildungsCent e.V.

Alter BH mit Gras gefüllt an Baum gebunden

Foto ©Kultur!ngenieur Felix Liebig

Da staunten die Besucher eines Einkaufszentrums in Hildesheim nicht schlecht. Teenager präsentierten auf dem Laufsteg der Shopping-Mall ungewöhnliche, selbstgeschneiderte Mode: Müll gesäumte Röcke, Kleider aus Duschvorhängen und Packpapier. In Bremen wiederum zogen 35 Schüler*innen als Stadtguerilla durch die Straßen und sprachen Passanten auf den Klimawandel an. Diese und viele andere kreative Ideen entwickelten junge Lernende und stellten sich so der Herausforderung, die Öffentlichkeit auf ihren Umgang mit der Umwelt aufmerksam zu machen.

Selten wurde besser deutlich, wie Kunst den KlimaKultur-Wandel beschleunigen kann. Der Verein BildungsCent e.V. hatte mit Unterstützung der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) 49 Künstler*innen dazu motiviert, in etwa 200 Schulen zusammen mit den Lernenden klimabezogen und kreativ zu arbeiten. Als Input brachten die Kulturschaffenden je einen„artistic seed“ mit, ein kreatives Samenkorn. In ihm steckten überraschende und inspirierende Ideen, was Jede*r zu einer klimafreundlicheren Welt beitragen kann, aber ebenso viele neue Methoden, dies zum Ausdruck zu bringen. Ausgestattet mit diesem neuen Wissen und beflügelt von den Anregungen der Künstler, machten sich die Schüler nun daran, eigene KlimaKunst-Projekte zu entwerfen. Insgesamt beteiligten sich etwa 5000 Lernende und ihre Lehrer*innen an „KlimaKunstSchule.

Menschen in weißen Overalls auf Treppe tragen Bilder

Foto: Schüler*innen der Ida Ehre-Schule, Hamburg © BildungsCent e. V.

Das Ergebnis ist erstaunlich und kann auf der Projekt-Webseite nachgelesen werden: http://klimakunstschule.bildungscent.de/ Dort gibt es das Buch mit allen 49 künstlerischen „artistic seeds“. Aber auch 17 besonders gut gelungene Schülerprojekte sind dort dokumentiert, darunter die oben bereits erwähnten. Was dabei vielleicht am meisten ins Auge springt, das ist das Erstaunen der Lehrer*innen. Denn diese mussten im Verlauf des Projekts zugeben, dass sie ihren Schüler*innen viele der Leistungen nicht zugetraut hätten, ja, dass sie sich nicht einmal vorstellen konnten, dass junge Menschen sich so sehr für das Thema interessieren könnten.

Wenn man den Aufbau des Programms KlimaKunstSchule“ genauer betrachtet, verwundert das unerwartete Engagement jedoch nicht. Denn die initierenden Künstler*innen sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam, sie gingen auf die Bedürfnisse und Bedenken der Lernenden ein und sie brachen auch hin und wieder die Regeln. So aus dem gewohnten Korsett herausgelockt, spürten die Schüler*innen, dass sie tatsächlich gefragt waren. Viele trauten sich zum erstem Mal in der Öffentlichkeit aufzutreten, die Stimme zu erheben, sich selbst zu zeigen. Die Erfahrung der Selbstwirksamkeit ist ein wichtiger Baustein für Motivation. Wichtig war aber auch, dass die Künstler*innen, aber oft auch die Schulen den jungen Leuten den Rücken stärkten. So lässt sich Mut leichter erlernen.

Genau das scheint der Knackpunkt. Es wäre wünschenswert, wenn nicht nur Schulen, sondern auch Verwaltungen sich trauen würden, kunstinspirierte Workshops abzuhalten. Für die klimafreundliche Transformation der Gesellschaft ist Mut und Phantasie nötig, doch das will zunächst im sicheren Rahmen ausprobiert werden können. Das Projekt KlimaKunstSchule erarbeitete eine Blaupause, die zeigt, wie es gelingt, die Komfortzone der eigenen Routine zu verlassen. Künstler*innen haben die Fähigkeit, einen mentalen Raum aufzumachen, der ganz anderen Blickwinkel auf die Welt normal erscheinen lässt. Die direkte Erfahrung einer alternativen „Normalität“ in der Begegnung mit Künstler*innen könnte z.B. auch in Firmen und Verwaltungen ein Funken der spielerischen Entdeckerfreude losschlagen, der die Schüler*innen so beflügelt hat.

Viele Hände mit Eisbällen

Foto: Schüler*innen des Gymnasiums Stift Keppel, Nordrhein-Westfalen © BildungsCent e. V.

Für potentielle Nachahmer bietet KlimaKunstSchule tatsächlich Anregungen. Im zweiten Teil der Dokumentation ist die Umsetzung von Ideen dokumentiert, die einige der Künstler aus den „artistic seeds“ destilliert haben und die ganz unkompliziert nachgemacht werden können. Eine Kostprobe gefällig? Bitteschön: Verkehr ist in Deutschland die Ursache für rund 20% der CO2-Emissionen. Ein Fahrrad-Smartmob im Kreisverkehr erlaubt es Autofahrern, ein paar Minuten nachzudenken. Mit zwanzig oder dreißig Freund*innen ein Weilchen im Kreis fahren und den Verkehr lahmlegen ist ausdrücklich eine Aktion, für die man nie zu alt ist und die garantiert Wirkung entfaltet.

P.S. Die einzelnen künstlerischen „artistic seeds“ und die daraus hervorgegangenen Projekte können in der Projektpublikation "Klimaschutz ist eine Kunst" nachgelesen werden. Der Verein BildungsCent e.V. bietet sie hier zum Download an.

https://klimakunstschule.bildungscent.de/fileadmin/Klimakunstschule/Das_Buch_Download/KlimaKunstSchule-Buch.pdf

Vielen Dank an BildungCent e.V. an dieser Stelle für die Veröffentlichungsgenehmigung der Bilder in diesem Beitrag.

zwei künstlerische Bilder an Bauzaun

Foto: Schüler*innen der Gemeinschaftsschule Altenholz, Schleswig-Holstein © BildungsCent e. V.

[ Geändert: Freitag, 25. Mai 2018, 07:21 ]
 
Weltweit öffentlich
Kuh vor blauem Himmel


Anlässlich der bevorstehenden Karwoche hat das Pestel-Institut für uns berechnet, wie viele Tonnen CO2 in ganz Deutschland allein durch Fleischfasten eingespart werden könnten. Wir wollen das Thema zusätzlich aus einer alltagskulturellen Perspektive aufgreifen und Sie zum Experimentieren einladen.

Als wir laufen lernten und spürten, dass Krabbeln auf Dauer keine befriedigende Lösung ist, haben wir entdeckt: mit einem unerschrockenen Sich-heran-Tasten lassen sich anspruchsvolle Aufgaben meistern. Heute stehen wir vor einer der größten Herausforderungen, die die Menschheit je gekannt hat, dem menschengemachten Klimawandel. Innovative politische Lösungen können ihn vielleicht eindämmen. Aber gleichzeitig ist jeder und jede Einzelne aufgefordert und eingeladen, eigene private Beiträge zu leisten und alte Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen. Die Frage ist nur immer „Wie mache ich das, wie kann das gehen?

Beginnen wir doch einfach mal spielerisch und wählen eine neue Reiseroute. Ein günstiger Moment für kleine Schritte liegt direkt vor uns: Traditionell steht die gesamte vorösterliche Fastenzeit für Verzicht auf Fleischgenuss. In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit fokussiert sich dies auf die letzten sieben Tage vor Ostersonntag, die Karwoche. Wie bereits an anderer Stelle hier auf der Plattform beschrieben. hilft gemüsebasierte, also fleischlose Ernährung dem Klima. Warum also nicht die Karwoche zum Einstieg in ein Lebensstil-Experiment nutzen, oder sogar zum Umstieg auf eine andere Lebensweise, zum Beginn eines eigenen Transformationsprozesses? Geben Sie sich einen Ruck!

Ist der Handlungsentschluss einmal gefasst, stellt sich die nächste Frage: Mit welcher Haltung soll der Ausflug ins Neuland stattfinden? Das Geheimnis liegt wohl darin, sich wirklich auf die Situation einzulassen. Liebe ist bekanntlich das beste aller Antriebsmittel! Beeindrucken Sie sich also mal selbst, experimentieren Sie mit einer machbaren Aufgabe. Setzen Sie sich ein Ziel, über dessen Erfüllung Sie sich wirklich ohne Reue freuen können - wie etwa eine Woche lang vegetarisch zu leben.

Und dann heißt es tatsächlich loslegen. Zum Einstieg hilft z.B. einen Blick auf https://www.klimatarier.com. Dort gibt es Antworten zu vielen Fragen rund um klimafreundliche Ernährung. Einen Klick weiter finden Sie passende Rezepte (hier klicken), die Ihren Gaumen kitzeln und Ihre Geschmacksnerven neu beleben werden (weitere Vorschläge am Ende dieses Beitrags). Mehr Tipps gibt es zusätzlich in unserem Blogbeitrag "Das Kreuz mit dem CO2-Fasten" vom 14. Februar 2018. Schmökern Sie, kombinieren Sie Ihren Speiseplan, gehen Sie dafür bewußt einkaufen, als würden Sie sich die Zutaten für ein Experiment zusammensuchen. Und eventuell feiern Sie dann am Ende dieser Woche Ihr ganz spezielles Transformationsfest.

Vielleicht wollen Sie Ihre Experimentierwoche nicht alleine, sondern mit Gleichgesinnten, der Familie oder Freunden angehen und sich austauschen. Gemeinsam kochen und essen ist so viel einfacher! Der Phantasie für gemeinsame kreative Aktionen sind hier keine Grenzen gesetzt.

Weitere Anregungen für den eigenen Wandel finden Sie in kleinen Videofilmen hier auf der CCL-Plattform. Hören Sie etwa dem Experten für nachhaltige Entwicklung, Professor de Haan, zu. Er spricht darüber, wie wichtig Wir-Kulturen, also bewusstes gemeinsames Handeln, für das Gelingen von Veränderungsprozessen sind. Außerdem finden Sie dort Anleitungen zur individuellen und gemeinsamen Reflexion neuer Erfahrungen! Dazu zählen auch unterstützende Vorschläge zur Achtsamkeitspraxis. So zeigt Projektleiterin Andrea Steckert beispielsweise im CCL-Bereich „Kreativ-Praxis“, wie Sie ein Logbuch führen und den eigenen Wandel-Prozess wie in einem kleinen Atelier sichtbar machen und verfolgen können.

Und jetzt viel Spaß bei Ihrer persönlichen Karwochen-Aktion. Wir würden uns freuen, wenn Sie hier teilen, wie es Ihnen damit geht – und ob Sie sich eventuell entschließen dauerhaft weniger oder gar kein Fleisch zu essen.

P.S. Hier noch die versprochenen Internetadressen zu weiteren Rezepten und nützlichen Informationen:

1)     Nicht nur ästhetisch unglaublich ansprechende Gerichte rund um die einheimische vegetarische Küche finden Sie hier bei Krautkopf.

2)     Keineswegs nur für Kinder interessant ist das Buch: „Iss was?! Tiere, Fleisch & Ich“. herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung, kostenlos hier zu finden

3)     Hier finden Sie schnell und bequem Bio-Rezepte für die große Tafel (Rezepte für ab 10 Personen):

4)     Und schließlich noch das etwas andere Geschenk für’s Osternest. Verschenken Sie ein noch nicht geschlüpftes Osterei, das Buch "Resteküche" von Daniel Anthes und Katharina Schulenburg , das nur produziert werden kann, wenn es ausreichend Unterstützung findet. Schauen Sie hier rein!

[ Geändert: Mittwoch, 21. März 2018, 12:59 ]
 
Nutzerbild Marian CCL
von Marian CCL - Dienstag, 6. März 2018, 21:17
Alle auf dieser Website
Kinder können manchmal so richtig nervig sein. Im besten Fall verändern sie dadurch die Welt - zumindest ein bisschen. So geschehen im Haushalt Pinzler-Wessel, als die 13-jährige Tochter von der Schule die Aufgabe nach Hause mitbrachte, den familiären CO2-Fußabdruck zu messen. Ein Jahr später war ein Buch fertig geschrieben und das Leben der Pinzler-Wessels auf den Kopf gestellt.

Illustration KlimaKultur-Wandel: Bild von Buch 4 fürs Klima

Bild CCL
















Petra Pinzler und Günther Wessel sind Journalisten, die sich von ihrer Tochter und ihrem Sohn inspirieren ließen, das Thema Klimawandel ernst zu nehmen. Nach anfänglicher Skepsis durchforsteten sie ihren gesamten Lebensstil und entdeckten immer neue Fragen und Herausforderungen. Wie führt man ein gutes und trotzdem CO2 armes Leben? Darf man in Urlaub fliegen? Wie steht es mit der Ernährung? Muss das Auto abgeschafft werden? Vor allem stellten sie fest, dass ihre neue Begeisterung für das Einsparen von Emissionen von Freunden teilweise als zu missionarisch empfunden wurde. Darauf galt es eine Antwort zu finden. Das CCL hat Petra Pinzler gefragt, welchen Weg sie gefunden hat, um mit anderen auf positiv angeregte Weise über "klimafreundliches Verhalten" zu sprechen.

https://www.youtube.com/watch?v=rEZI0eG0-Ls

Das sehr anschaulich geschriebene Buch "Vier fürs Klima" zeichnet sich nicht nur die eigenen Erfahrungen der Familie Pinzler-Wessel nach, sondern illustriert diese auch mit ausgezeichnet recherchierten Fakten. Heraus kam ein lebensnaher Bericht eines Selbstversuchs, der sich gerade deshalb zu lesen lohnt, weil er ehrlich ist. Er zeigt im Detail die Zweifel und Schwierigkeiten, aber auch die Erfolge auf dem Weg zu einem KlimaKultur-Wandel. Nicht nur zum Lesen, sondern zur Nachahmung empfohlen!



[ Geändert: Dienstag, 6. März 2018, 21:39 ]
 
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