Blogeinträge von Marian CCL

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von Marian CCL - Montag, 26. Juni 2017, 11:33
Weltweit öffentlich

Eines der heißesten Themen, wenn es um Klimaschutz geht, sind Flugreisen. Wer verzichtet schon gerne auf den lang ersehnten Trip ins exotische Urlaubsland? Ich muss gestehen, dass auch ich mir hier sehr schwer getan habe. Dabei gehöre ich garantiert nicht zu dem Typus Mensch, der eben mal für nen Wochenend-Ausflug in den Flieger steigt.

Innerhalb Deutschlands nehme ich immer den Zug. Dank Bahncard und diverser Sparpreisangebote bleibt das auch bezahlbar. Mein Auto vor Ort lasse ich meistens am Fahrbahnrand stehen, lieber steige ich aufs Fahrrad. Nur für größere Besorgungen oder einige Nachtschichten beim rbb in Potsdam-Babelsberg wird der alte Verbrennungs-Motor angeschmissen. (Gerne würde ich hierfür Car-Sharing nutzen. Ich habe es durchgerechnet: In meinem speziellen Fall bedeutete das viel weniger Komfort und deutlich höhere Kosten.)

Und wie mit brennendem Fernweh umgehen? Mein Credo lautet: Fanatismus hat die Gesellschaft noch niemals vorangebracht. Wer ein sehr großes Verlangen hat, mal nach Canada, nach Neuseeland oder wie der persönliche Sehnsuchtsort auch heißen mag, zu fliegen, sollte das tun, und zwar ohne schlechtes Gewissen. Die Organisation atmosfair hat ein Kompensationszahlungssystem entwickelt. Damit vermeidet man zwar nicht die Emissionen, die man selbst erzeugt. Aber man trägt in Schwellen- und Entwicklungsländern zum Umstieg auf erneuerbare Energien bei, d.h. man bezahlt dafür, dass andernorts Emissionen durch Kohlekraft vermieden werden. Das ist zumindest besser als gedankenlos fliegen.

Beim CCL wollen wir jedoch auch vom Kulturwandel sprechen. Was soll ich sagen? Es ist nicht schwer, aber es dauert. Seit Jahren denke ich gerade über das Thema Reisen nach. In diesem Frühjahr kam mir die Bahn zu Hilfe. Ich fand ein Top-Sonderangebot für ein Ticket Berlin-London. Da wusste ich: so geht es. Ich nutze die preiswerte Fahrtgelegenheit und stelle mich innerlich auf eine etwas längere Reisezeit ein. Seitdem "arbeitet" es in mir. Wie wird es wohl sein, so lange im Zug zu sitzen, fragt meine innere Stimmer Nummer Eins. Was stellst Du Dich denn an, kommentiert die innere Stimme Nummer Zwei. Sie erinnert mich daran, dass ich früher, in den 1970-ern und 1980-ern immer einen ganzen Tag lang unterwegs war.

Und plötzlich zeigt sich das Thema "Klimakulturwandel" von einer neuen Seite: im Mittelpunkt steht die Zeitfrage. Wofür nehme ich mir Zeit und warum, wofür nicht? Wieviel Zeit habe ich überhaupt? Dabei möchte ich es mit diesem Blog-Post belassen. Wenn wir über Reisen sprechen, dann sprechen wir über Zeit. Das ist ein ganz zentraler Punkt auf dem Weg in eine klimafreundliche Welt. Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Herzlich, Eure Marian


[ Geändert: Freitag, 28. Juli 2017, 13:15 ]