Blogeinträge von Marian CCL

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von Marian CCL - Freitag, 6. Oktober 2017, 10:44
Weltweit öffentlich

Am 4.11.2017 ist es in Viernheim so weit. Einen ganzen Tag lang lädt das ClimateCulture-Lab zusammen mit dem dortigen Brundtlandbüro und der Wirtschaftsförderung zur dritten Klimakulturwerkstatt ein. Damit möglichst viele von den 32.000 VierheimerInnen über das kostenfreie Angebot Bescheid wissen, hatte ihr erster Stadtrat, Jens Bolze, zur Pressekonferenz am 28.9. 2017 geladen.

Philipp Grnzow, Jens Bolze, Annette Rihm, Dr. Feli Wagner im Viernheimer Brundtlandbüro

Schon hier zeigt sich, dass Viernheim ein ganz besonderer Ort ist. Wo in Deutschland gibt es das sonst noch, dass eine kleine Mittelstadt über eine ganz eigene Zeitung verfügt? Neben dem Vertreter des Viernheimer Tageblatts erschienen zum Termin im Brundtlandbüro unter anderen auch noch sein Kollege vom Mannheimer Morgen, Ausgabe Südhessen. Beide Journalisten sollten ein paar Tage später ihre Artikel über das kommende Ereignis veröffentlichten. Ihre Informationen bekamen sie vor Ort aus erster Hand, denn auch Dr. Felix Wagner vom CCL war eigens angereist.

Wovon handelt die Werkstatt des ClimateCulture-Lab? Obwohl Energie ein wichtiges kommunales Thema ist, kommen Solaranlagen, Kraftwerke oder Kilowattstunden nicht zur Sprache. Im Zentrum steht das Thema Kulturwandel, so Dr. Felix Wagner. Einen ersten Schritt hat Viernheim dazu schon gemacht, als die Kommune 1994 vom hessischen Umweltministerium den Titel Brundtlandkommune verliehen bekam. Die Pressekonferenz fand dann auch im Brundtlandbüro statt. Energiesparen gehört hier seitdem zum Tagesgeschäft.

Jetzt sollen die Klimaschutzbemühungen noch einmal intensiviert werden. Die Klimakulturwerkstatt in Viernheim wird der Auftakt für die Erstellung eines neuen kommunalen Klimaschutzkonzepts sein, das die Bereiche Konsum, Ernährung, Lebensstile und Mobilität intensiv beleuchten will. Verhaltensänderungen gehören deshalb in jedem Fall auf die Agenda, wenn es um klimafreundliche Kultur geht. Der erste Stadtrat Jens Bolze, ein überzeugter Klimaschützer, sieht beispielsweise eine Aufgabe darin, möglichst viele Menschen zu inspirieren, das Auto stehen zu lassen und den Bäcker zu Fuß aufzusuchen.

Aber das CCL, so Dr. Felix Wagner, stellt noch eine viel tiefer gehende Frage: Wie können wir ganz individuell und trotzdem gemeinsam Kultur wandeln? Nach den Vorreden von Jens Bolze sowie dem Brundtlandbeauftragten Philipp Granzow erläuterte unser CCL-Kollege, dass sich die KlimaKulturwerkstatt nicht unbedingt um neue Lernmethoden und Tricks dreht, die zu klimafreundlichlichem Verhalten inspirieren. Solch kleine Taktiken spielen natürlich auch eine Rolle der Fokus des CCL liegt jedoch auf der Entwicklung eines umfassenden neuen Verständnisses.

Eine Analogie soll dies illustrieren: Wer seinem Körper wirklich etwas Gutes tun will, etwa aufgrund einer Krankheit, muss alle Ernährungsgewohnheiten umstellen. Eine Diät oder ein Sportprogramm allein reichen nicht. Gemeinsam mit den Familienangehörigen bedarf es der Entscheidung für eine andere Esskultur. Aus solch einer Entscheidung entwickelt sich eine Vielzahl neuer Projekte wie der Tisch gedeckt wird, wie Feste gefeiert werden, wie gekocht wird.

Für die Beteiligten bedeutet das Aufbruch und die Entdeckung und Erfindung ganz neuer Verhaltensweisen. Während die Prägung neuer Esskulturen bereits vielfältig erprobt ist, steht die Entwicklung einer umfassenden, klimafreundlichen Alltagskultur noch am Anfang. In Viernheim sind die Voraussetzungen sehr gut, dass hier etwas Überraschendes entstehen kann . Eine Vielzahl sehr unterschiedlicher engagierter Menschen, die sich sonst nicht unbedingt treffen, werden zusammenkommen. Damit die Werkstatt tätsächlich ein Erfolg wird, gab Dr. Felix Wagner eine Losung aus:

Wir müssen es nur schaffen, immer wieder einen klaren Kopf und das Herz von Abenteurer*Innen zu bewahren und dies in unser Denken, Fühlen und Handeln fließen lassen.



[ Geändert: Freitag, 6. Oktober 2017, 10:45 ]