Blogeinträge von Marian CCL

Weltweit öffentlich

Natürlich ließ sich das CCL auch auf der Weltklimakonferenz, der COP23, in Bonn sehen. Wir haben uns dort mit GEN getroffen und vernetzt. GEN, das ist das Global Ecovillage Network. Auf deutsch: das Weltweite Netzwerk der Ökoförfer. Klingt spannend? Ist es auch.

Vor ein paar Tagen ging die Meldung durch die Presse: Nach einigen Jahren der Stagnation werde die globalen Emissionen im Jahr 2017 wieder steigen, und zwar um zwei Prozent, so der internationale Forscherverbund Global Carbon Project. Und das, obwohl das Wachstum der Erneuerbaren Energien mit 165 Gigawatt im Jahr 2016 die Zubauzahlen von Kohle und Atomkraft überflügelt. Die klimafreundlichen Technologien sind vorhanden, sie sind preisewert und praxiserprobt. Eigentlich müsste beispielsweise der Kohleausstieg bis 2030 in Deutschland schon längst beschlossene Sache sein. Davon sind wir im Moment jedoch deutlich entfernt. Die politische Führungselite in Deutschland und in der Welt ist mental noch nicht im Klimaschutz angekommen. Zumindest nicht in dem Maße, wie es nötig wäre.

Dabei gibt es jede Menge inspirierender Beispiele, wie ein zukünftiges klimafreundliches Leben aussehen könnte. Gemeinschaften wie Findhorn in Schottland oder die Tennessee Farm in den USA erproben schon seit über 50 Jahren innovative Lebenspraktiken, in Deutschland ging es damit in den späten 1970er-Jahren los. Aus den sehr experimentellen Anfängen entwickelten sich seitdem weltweit zahlreiche Entwürfe zur alternativen Lebensorganisation, die sich Mitte der 1990er-Jahre zum „Internationalen Ökodorf-Netzwerk“ (Global Ecovillage Network, GEN) zusammenschlossen.

Auf der Weltklimakonferenz COP23 in Bonn war eine Delegation von GEN-International und von GEN Europe vertreten. Auf gleich drei sogenannten Side-Events präsentierte u.a. Kosha Joubert, die Geschäfsführerin von GEN international, die vielfältigen Möglichkeiten, wie durch den weltweiten Aufbau von Ökodörfern die Erreichung der Klimaziele erleichtert werden kann. Im Zentrum der Vorträge stand die Kraft, die von Gemeinschaften ausgeht als Orten der Inspiration. Gerade aktuelle Beispiele aus Asien, Afrika und Lateinamerika können als Vorbild für Europa gelten. Ökodörfer sind der bereits heute gelebte Klimakulturwandel, ein Stück realisierte Utopie. Sie beweisen, dass Wasser, Nahrung, Ökologie, Soziales und Kultur zu einem ganzheitlichen Ansatz verbunden werden können.

Mehr dazu gibt es hier auf der CCL-Plattform im Juli 2018, wenn wir in unserer 6. Videosession über Alternativen zur Alternativlosigkeit berichten werden. Nur soviel jetzt schon: Das CCL hat gute Kontakte zu GEN geknüpft! Wer mehr über dieses spannende Netzwerk wissen will, findet hier Informationen:

Eine Präsentation in deutscher Sprache:

Ein sehr spannendes und lebendiges Gespräch mit Jonathan Dawson, dem früheren Geschäftsführer von GEN, der lange Zeit in Findhorn gelebt und gearbeitet hat und heute am Schumacher College in der Transition Town Totnes den Lehrstuhl für Ökonomie inne hat, findet sich hier - leider nur in  englischer Sprache:

https://www.schumachercollege.org.uk/resources/audio-video-archive/jonathan-dawson%3A-the-global-ecovillage-experience

Und eine sehr gute Darstellung der Geschichte der Ökodörfer, auch in englischer Sprache: https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/articles-and-essays/Intentional+community+/ECMare-Concise-History-Ecovillage.pdf


[ Geändert: Donnerstag, 16. November 2017, 11:40 ]