Blogeinträge von Marian CCL

Weltweit öffentlich
Kuh vor blauem Himmel


Anlässlich der bevorstehenden Karwoche hat das Pestel-Institut für uns berechnet, wie viele Tonnen CO2 in ganz Deutschland allein durch Fleischfasten eingespart werden könnten. Wir wollen das Thema zusätzlich aus einer alltagskulturellen Perspektive aufgreifen und Sie zum Experimentieren einladen.

Als wir laufen lernten und spürten, dass Krabbeln auf Dauer keine befriedigende Lösung ist, haben wir entdeckt: mit einem unerschrockenen Sich-heran-Tasten lassen sich anspruchsvolle Aufgaben meistern. Heute stehen wir vor einer der größten Herausforderungen, die die Menschheit je gekannt hat, dem menschengemachten Klimawandel. Innovative politische Lösungen können ihn vielleicht eindämmen. Aber gleichzeitig ist jeder und jede Einzelne aufgefordert und eingeladen, eigene private Beiträge zu leisten und alte Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen. Die Frage ist nur immer „Wie mache ich das, wie kann das gehen?

Beginnen wir doch einfach mal spielerisch und wählen eine neue Reiseroute. Ein günstiger Moment für kleine Schritte liegt direkt vor uns: Traditionell steht die gesamte vorösterliche Fastenzeit für Verzicht auf Fleischgenuss. In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit fokussiert sich dies auf die letzten sieben Tage vor Ostersonntag, die Karwoche. Wie bereits an anderer Stelle hier auf der Plattform beschrieben. hilft gemüsebasierte, also fleischlose Ernährung dem Klima. Warum also nicht die Karwoche zum Einstieg in ein Lebensstil-Experiment nutzen, oder sogar zum Umstieg auf eine andere Lebensweise, zum Beginn eines eigenen Transformationsprozesses? Geben Sie sich einen Ruck!

Ist der Handlungsentschluss einmal gefasst, stellt sich die nächste Frage: Mit welcher Haltung soll der Ausflug ins Neuland stattfinden? Das Geheimnis liegt wohl darin, sich wirklich auf die Situation einzulassen. Liebe ist bekanntlich das beste aller Antriebsmittel! Beeindrucken Sie sich also mal selbst, experimentieren Sie mit einer machbaren Aufgabe. Setzen Sie sich ein Ziel, über dessen Erfüllung Sie sich wirklich ohne Reue freuen können - wie etwa eine Woche lang vegetarisch zu leben.

Und dann heißt es tatsächlich loslegen. Zum Einstieg hilft z.B. einen Blick auf https://www.klimatarier.com. Dort gibt es Antworten zu vielen Fragen rund um klimafreundliche Ernährung. Einen Klick weiter finden Sie passende Rezepte (hier klicken), die Ihren Gaumen kitzeln und Ihre Geschmacksnerven neu beleben werden (weitere Vorschläge am Ende dieses Beitrags). Mehr Tipps gibt es zusätzlich in unserem Blogbeitrag "Das Kreuz mit dem CO2-Fasten" vom 14. Februar 2018. Schmökern Sie, kombinieren Sie Ihren Speiseplan, gehen Sie dafür bewußt einkaufen, als würden Sie sich die Zutaten für ein Experiment zusammensuchen. Und eventuell feiern Sie dann am Ende dieser Woche Ihr ganz spezielles Transformationsfest.

Vielleicht wollen Sie Ihre Experimentierwoche nicht alleine, sondern mit Gleichgesinnten, der Familie oder Freunden angehen und sich austauschen. Gemeinsam kochen und essen ist so viel einfacher! Der Phantasie für gemeinsame kreative Aktionen sind hier keine Grenzen gesetzt.

Weitere Anregungen für den eigenen Wandel finden Sie in kleinen Videofilmen hier auf der CCL-Plattform. Hören Sie etwa dem Experten für nachhaltige Entwicklung, Professor de Haan, zu. Er spricht darüber, wie wichtig Wir-Kulturen, also bewusstes gemeinsames Handeln, für das Gelingen von Veränderungsprozessen sind. Außerdem finden Sie dort Anleitungen zur individuellen und gemeinsamen Reflexion neuer Erfahrungen! Dazu zählen auch unterstützende Vorschläge zur Achtsamkeitspraxis. So zeigt Projektleiterin Andrea Steckert beispielsweise im CCL-Bereich „Kreativ-Praxis“, wie Sie ein Logbuch führen und den eigenen Wandel-Prozess wie in einem kleinen Atelier sichtbar machen und verfolgen können.

Und jetzt viel Spaß bei Ihrer persönlichen Karwochen-Aktion. Wir würden uns freuen, wenn Sie hier teilen, wie es Ihnen damit geht – und ob Sie sich eventuell entschließen dauerhaft weniger oder gar kein Fleisch zu essen.

P.S. Hier noch die versprochenen Internetadressen zu weiteren Rezepten und nützlichen Informationen:

1)     Nicht nur ästhetisch unglaublich ansprechende Gerichte rund um die einheimische vegetarische Küche finden Sie hier bei Krautkopf.

2)     Keineswegs nur für Kinder interessant ist das Buch: „Iss was?! Tiere, Fleisch & Ich“. herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung, kostenlos hier zu finden

3)     Hier finden Sie schnell und bequem Bio-Rezepte für die große Tafel (Rezepte für ab 10 Personen):

4)     Und schließlich noch das etwas andere Geschenk für’s Osternest. Verschenken Sie ein noch nicht geschlüpftes Osterei, das Buch "Resteküche" von Daniel Anthes und Katharina Schulenburg , das nur produziert werden kann, wenn es ausreichend Unterstützung findet. Schauen Sie hier rein!

[ Geändert: Mittwoch, 21. März 2018, 12:59 ]

Kommentare

  • Nutzerbild Karin JanssenKarin Janssen - 21. Mär, 14:21
    Für viele Menschen ist die Vorstellung eines fleischlosen Tellers mit der Idee von Entbehrung oder Strafe, also mit Selbstkasteiung verbunden. Das erinnert an das qualvolle und letztendlich wirkungslose Unterfangen beim Diäthalten. Ein sogenannter Jojo-Effekt ist die Folge, bei der sich am Ende die unterdrückte Essenslust mit übermäßigem Appetit rächt. Also besser keinen Angriff auf die eigenen Begierden planen, denn die könnten sich bald böse zur Wehr setzen…
    Aber wie wäre es, wenn man das Ganze als eine Mischung aus Exerzitien und Selbsterfahrung begreifen würde? Das wäre tatsächlich ein Experiment mit sich selbst: beispielsweise eine Woche lang vegan essen und gleichzeitig beobachten oder sogar protokollieren, wie es einem damit geht. Die Zielsetzung hieße dann nicht „Ich verzichte eine Woche lang“, sondern „Ich erprobe eine Woche lang“ – um hinterher schlauer zu sein. Wichtig wäre dabei die Beachtung von Regel Nummer Eins für jeden Test: die sorgfältige Planung und Durchführung kleiner und machbarer Schritte.
  • Nutzerbild Marian CCLMarian CCL - 21. Mär, 14:41
    mir fällt jetzt noch etwas ein, das eine tiefere kulturelle Ebene berührt. Gerade hohe Feiertage haben ja eine besondere Aura. Auf sie läuft alles hinaus, die Tage werden quasi dichter. Wenn man sich jetzt die Karwoche anschaut, dann enthält sie einen idealtypischen mythischen Ereignisablauf. Im christlichen Selbstverständnis ist das die Blaupause für Transformationsprozesse: Christus begibt sich ab „Palm“-Sonntag auf den Pfad seiner Selbstentäußerung, die mit dem Tod am Kreuz und der Wiederauferstehung zu Ostern endet. Man muss nicht religiös engagiert sein um zu erkennen, dass sich hier die wichtigsten Elemente jeder tiefgreifenden Veränderung wiederfinden: Feierliche Vorbereitung auf bevorstehende „äußerste“ Ereignisse, Sterben des Alten und Geburt des Neuen.
    Wer den passenden Moment für ein Experiment mit eigenen Transformationsprozessen finden will, kann also auch aus dieser Perspektive die anstehende Karwoche und ihre ganz spezielle Atmosphäre aufgreifen.