Blogeinträge von Marian CCL

Weltweit öffentlich

Menschen stehen im Kreis im Ratssaal Viernheim, führen ZweiergesprächeDas Jahresende naht und das CCl hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Am 30.11.2018 fand die erste überregionale CCL-Werkstatt statt. Vor allem aus dem südlichen Teil Deutschlands trafen sich dreißig Teilnehmer*innen im Rathaus Viernheim.

Gemeinsam mit den Referent*innen blickten sie auf Erreichtes zurück und arbeiteten anschließend engagiert an Fragestellungen zum Thema „Kommunikation“. Gleichzeitig eröffnete diese erste Gesamtveranstaltung auch einen neuen Verbreitungskanal: für die Teilnehmenden zweier Online-Hubs wurde unsere Zusammenkunft über das Internet gestreamt.

Hinter den „Überregionalen Werkstätten“ steckt die Idee, ab Beginn des dritten Projektjahrs Erfahrungen aus den vorangegangenen Einzelwerkstätten auszutauschen und zu bündeln sowie sich zu vernetzen und nächste Schritte gemeinsam zu planen. Drei Treffen dieser Art sind vorgesehen - als Veranstaltungsort für das erste hatte sich die südhessische Kommune Viernheim bereit erklärt, die bereits eine Einzelwerkstatt im November des Vorjahres durchgeführt hatte. 2019 werden zwei weitere in der Mitte und im Norden Deutschlands folgen. Die überregionalen Werkstätten entsprechen so der CCL-Logik, bundesweit präsent zu sein und allen Interessierten eine Teilnahme in „ihrer Nähe“ zu ermöglichen.

„Hubs“ – ein brandneues CCL-Format

Ratssaal Vierheim, Mulitmedia-Kamera AufbauWer nicht reisen kann, aber trotzdem am CCL mitarbeiten möchte, hat außerdem die Möglichkeit, parallel zur Gesamtwerkstatt einen sogenannten Online-Hub zu initiieren. In Viernheim wurde dieses neue Format zum ersten Mal erfolgreich getestet. Zu diesem Zweck begleitete uns der Filmdienstleister Andrea Barthel und baute eine beeindruckende Techniklandschaft mit einem Multicamera-Video-Livestream auf.

Die größte Hürde meisterte er gleich zu Beginn. Er hatte die Nerven, Wege zu finden, wie die starke Firewall der Stadt Viernheim, also die digitale Schutzmauer rund um das Rathausnetz überwunden werden konnte. Erst zehn Minuten vor Veranstaltungsbeginn gab es schließlich grünes Licht - die gesamte Veranstaltung konnte von einem angemeldeten Teilnehmerkreis in verschiedenen Städten per Internet mitverfolgt werden. Sie waren zu zwei Gruppen, „Hubs“ gebündelt, die je eigene Fragestellungen bearbeiteten. Die Präsentationen in Viernheim dienten den Hubs zur Inspiration; über eine zusätzliche Videokonferenz-Schaltung war es ihnen außerdem möglich, den Referent*innen Fragen zu stellen oder am späten Nachmittag an der abschließenden Fish-Bowl-Diskussion teilzunehmen.

Einzelwerkstatt-Kommunen präsentieren KlimaKulturwandel-Fortschritte

PosterpräsentationDen inhaltlichen Einstieg in den Tag bildete eine Betrachtung des Themas „KlimaKultur-Wandel“ aus kommunaler Sicht. In vier Poster-Sessions berichteten Vertreter*innen aus Karlsruhe, Wörrstadt, Augsburg und Viernheim, wie es nach den Einzelwerkstätten mit den dort entwickelten KlimaKultur-Ideen weitergegangen war.

Oft befeuerten sie bereits angedachte Vorhaben der Kommune oder gaben zusätzliche Impulse. In Viernheim flossen alle Ergebnisse direkt ins neue Klimaschutzkonzept ein. Auch in Karlsruhe ergänzten CCL-Ideen dieses, so wird nun z.B. vom Umweltamt die Idee der Klimakampagne umgesetzt. Aber auch Initiativen wie das Projekte „Private Klassenfahrten“ profitierten vom klimafreundlichen CCL-Inspirationsschub – dank der Werkstatt fanden sich weitere Partner für die Realisierung eines gemeinsamen Projektanstrags. Manche Projektideen wiederum, wie z.B. das Augsburger Thema „Ökosiedlung im Bestand“ erwiesen sich als die sprichwörtlichen „dicken Bretter“, die zwar wichtigen Gesprächsstoff liefern, deren Umsetzung aber erst sehr langfristig möglich sein wird.

Die CCL-Inspirationen halfen allen, die zum KlimaKultur-Wandel vor Ort beitragen, so das Fazit. Dazu gehören natürlich Akteure wie Agenda 21, Umweltstationen, Kommunale Klimaschutzabteilungen, Energiegenossenschaften, Initiativen zu solidarischer Landwirtschaft, Repair Cafes, Lebensmittelretter, usw. aber auch lokale Beratungsangebote wie der Augsburger „Lifeguide“. Als wichtigster Aspekt wurde immer wieder die Notwendigkeit zur Vernetzung der vielen unterschiedlichen Initiativen genannt, die oft noch zu wenig voneinander wissen und keinen Raum für gemeinsamen Austausch zur Verfügung haben.

Das wichtigste gemeinsame Interesse der etwas dreißig Teilnehmenden der überregionalen Werkstatt Süd in Viernheim galt dem Thema Kommunikation. Mit den drei Referent*innen Tatiana Herda-Munoz, Jan Schwarz und Joy Lohmann waren ausgewiesene Profis vor Ort, deren Kurzreferate zu „effizient“, „kreativ“ und „digital kommunizieren“ die Arbeitsgruppenphase nach der Mittagspause (übrigens mit leckerem veganen Büfett) einleiteten.

Drei kommunikative Schwerpunkt-Themen

Was darf man sich unter diesen verschiedenen Schwerpunkten vorstellen? Effizienz steht für die Kosten-Nutzen-Relation und den rationellen Umgang mit knappen Ressourcen – also mit möglichst wenig Einsatz möglichst viel erreichen. In seinem Vortrag erläuterte Jan Schwarz vom Klima-Bündnis, wie man mit leicht verständlicher Kommunikation Bewusstsein schafft, Informationen vermittelt und motiviert. Sein Fazit: Effiziente Kommunikation ist verlässlich, baut Vertrauen auf und stärkt die eigene Positionierung.

Frau im Bett in FussgängerzoneIm Gegensatz zu dieser strategischen Perspektive zeigte der Künstler Joy Lohmann in seinem Vortrag, welche Art der Kommunikation die Herzen der Menschen erreicht.

 Zuhören, Humor und eine multisensuelle Ansprache sind sein Geheimrezept. „Was Sie brauchen, ist die positive Verwirrung der Leute, damit Sie ihre Denkmuster erstmal durcheinander schütteln“.
Wie das gehen kann, zeigte er anhand der Aktion „Urban Living Room“. In der Fußgängerzone von Hannover wurde ein Wochenende lang ein Mini-WG-Zimmer aufgebaut, in dem geschlafen, gegessen und gelesen wurde – sehr zur Verwirrung der auf Einkaufsbummel gepolten Passanten. Und schon ging die Kommunikation los…

Für Tatiana Herda-Munoz schließlich stand beim „digital kommunizieren“ im Vordergrund, dass Kommunikation der Zielgruppe etwas bringen, quasi „einen Mehrwert schaffen“ muss. Besonders wichtig war ihr der Unterschied zwischen einer Digitalstrategie und digitalen Tools (Werkzeugen). Für die Strategie nutzt sie die Methode „Design thinking“. In fünf Schritten geht es darum zu verstehen, die Idee zu entwickeln, den Prototyp entwerfen, zu testen und zu lernen und dann erst die endgültige Kommunikationsstrategie festzulegen. Auf diesem Prozess baut dann die Auswahl der digitalen Tools wie Facebook, Instagram usw. auf.

Weitere Stichpunkte zu ihrer und den beiden anderen Arbeitsgruppen sind hier auf unserer Plattform nachzulesen.
Die Ergebnisse des Tages hielt Joy Lohmann im Rahmen seiner zweiten Rolle als Grafiphic Recorder bei dieser Werkstatt an Hand eines großen Kunstwerks fest. Die gesamte Veranstaltung über setzte er Gehörtes und Wahrgenommenes malerisch auf dem Papier um. Wer zusätzlich zum Bild jetzt gern noch mehr wissen möchte, dem seien die zahlreichen Dokumente hier auf unserer Plattform empfohlen. Noch Fragen? Dann freuen wir uns über einen Kommentar hier unter diesem Blog (das können - wie im Netz üblich - nur angemeldete Nutzer*innen)!
Grafische Ideenskizze des Tages
[ Geändert: Mittwoch, 19. Dezember 2018, 10:58 ]

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