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von Marian CCL - Montag, 30. Juli 2018, 18:03
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Grafik Nicht ohne Climate Fair

Collage: CCL

"Der 29,90 Euro-Irrsinn" lautete gestern eine SZ-Schlagzeile. Berichtet wurde über die Sperrung des Münchner Flughafens wegen einer Sicherheitspanne - mitten im Urlaubsreiseverkehr. Aber, so die SZ, das eigentliche Problem sei, dass Fliegen viel zu billig ist. "Viele Flugtickets sind nur scheinbar günstig", heißt es da. Service, Pünktlichkeit, Nachtruhe der Anwohner blieben auf der Strecke. Stimmt. Aber wovon die SZ nicht schreibt: die viel zu günstigen Flugtickets tragen in besonderem Maß zum Klimawandel bei!

Wem Klimaschutz am Herzen liegt, der/die weiß das natürlich. Seit Jahren gibt es deshalb auch Unternehmen, bei denen man die eigenen Flüge "kompensieren" kann. Damit ist eine Spende gemeint, mit der die Kompensationsunternehmen  Investitionen in weltweite CO2-Einsparprojekte finanzieren. Das ist zwar besser als nichts, aber: die Anlageprojekte liegen dort, wo es besonders preiswert ist Klimaschutzmaßnahmen durchzuführen, in den sogenannten "Entwicklungsländern".

Klimaschutz in Deutschland dagegen ist deutlich teurer, aber nicht weniger notwendig. Deshalb hat die Klimaschutzs+ Stiftung eV unter der Schirmherrschaft von Ernst Ulrich von Weizsäcker die Kompensationsorganisation "Climate Fair" gegründet. Diese neue Organisation ist nicht nur lokal verankert, sie ist auch ein Graswurzelprojekt. Sie ermöglicht eine Einzahlung in Bürgerfonds vor Ort, die die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland möglich machen.

Das geht folgendermaßen: auf der Website von "Climate Fair" ermittelt man die sozioökologischen Folgekosten der eigenen Reise mittels eines Online-Rechners. Danach wählt man den Bürgerfond aus, den man unterstützen möchte und zahlt das Geld ein. Finanziell bedacht werden ausschließlich gemeinnützige Projekte, die transparent agieren und einen eindeutigen Beitrag zur Ausgestaltung einer sozial und ökologischen gerechten Gesellschaft leisten.

Natürlich ist Climate Fair ein Stück teurer als andere Unternehmen, aber in jeder Hinsicht gerechter. Weil wir Verantwortung für die Kosten hier bei uns übernehmen, und nicht da, wo es billig ist. Das sollte uns der Klimaschutz allemal wert sein. Und wer genauer wissen will, wie Climate Fair arbeitet, dem seien die sehr gut aufbereiteten FAQs ans Herz gelegt.



[ Geändert: Montag, 30. Juli 2018, 18:08 ]
 
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von Marian CCL - Freitag, 22. Dezember 2017, 10:43
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Klimakulturwandel durch Busfahren: Bus vor winterlicher Alpenkulisse

"Gute Vorsätze fürs neue Jahr sind zum Scheitern verurteilt! Mit dem Rauchen aufhören, gesünder leben, weniger Zeit am Smartphone verdaddeln – das klappt ja doch nicht“, heißt es immer wieder. Aber das stimmt nur bedingt. Die Psychologie hat jedenfalls erfolgversprechende Tricks für Verhaltensänderungen parat! Ganz konkret umsetzbare Maßnahmen bestimmen das Geheimrezept. Ein guter Plan ist dafür der Ausgangspunkt. Das selbstgewählte Ziel sollte erstens realistisch, aber zweitens auch anspruchsvoll sein. Eine kleine Herausforderung schadet also nicht! Nun denn: Ich schlage eine klimafreundliche Kulturwandel-Challenge für 2018 vor. Wer macht mit?

·        Bei Reisen bis 1.000 km nicht ins Flugzeug steigen

·        100 % Ökostrom beziehen

·        Leitungswasser statt Sprudel aus Flaschen trinken

·        Die Wohnraumtemperatur wo möglich auf maximal 20 Grad einstellen

·        Kein Fleisch essen (oder wenn, dann nur artgerecht und bio)

·        Den Kuhkäsekonsum begrenzen

·        Lebensmittel möglichst aus regionalem, saisonalem und biologischem Anbau kaufen

·        Auf Erdbeeren im Winter und „Exoten“ aus aller Welt weitgehend verzichten

·        Nicht mit dem Auto zum Einkaufen fahren

Einiges davon klingt utopisch? Vielleicht… Umsetzungserfolge stellen sich laut psychologischer Expertise tatsächlich nur für die Menschen ein, die wirklich von den eigenen guten Vorsätzen überzeugt sind. An dieser Stelle möchte ich auf eine kleine Motivationshilfe hinweisen, die das CCL anbietet. Wie wäre es mit einem utopisch-weiten Blick über den eingeübten Alltagshorizont hinaus? Unser zweites CCL-Video „Die Kraft der Vision“ überrascht hier mit interessanten Anregungen.

Was ist eine Vision? „Etwas Attraktives, was uns in die Zukunft zieht.“ Das sagt der psychotherapeutisch tätige Arzt Theodor Dierk Petzold im Videointerview des ClimateCulture-Lab. Aus einer Vision der Naturverbundenheit und dem Leben in Gemeinschaft heraus initiierte er gemeinsam mit anderen in den 1980er-Jahren die neue Dorfgemeinschaft in Heckenbeck und gestaltet sie bis heute mit. Seine Vision der Kooperation von Mensch und Natur beruht auf dem Gefühl der Stimmigkeit. Wer ihm zuhört, spürt, was mit Vision gemeint ist. Seine lebendigen Bilder motivieren dazu, die eigenen Vorstellungen für ein Leben im Einklang mit der eigenen Umwelt wahrzunehmen und selbst vielleicht doch ein paar gute Vorsätze zu fassen. Hier geht es zum Filmclip.

Spannende weiterführende Anregungen, wie jeder und jede selbst Visionen zum klimafreundlichen Kulturwandel nutzen kann, bietet die zum Video angebotenen Handreichung "Kraft der Vision". Dort finden sich Methoden zur Visionsarbeit, aber auch Hinweise auf interessante Visionäre wie beispielsweise den Ökopionier Charles Kettering, der sagte: „Ich interessiere mich sehr für die Zukunft, denn ich werde den Rest meines Lebens in ihr verbringen.“

Wer sich von meinen persönlichen Challenge-Zielen inspiriert fühlt, findet auf der Konsumplattform Utopia noch eine Reihe weiterer Tipps zur Verkleinerung des CO2-Fußabdrucks, und zwar hier und hier. Und damit wünsche ich allen Teilnehmerinnnen und Teilnehmern sowie allen Interessentierten am CCL, dem Klimakulturlabor, frohe Feiertage und ein klimafreundliches 2018. Mögen viele umsetzbare Vorsätze dieses neue Jahr begleiten!




[ Geändert: Freitag, 22. Dezember 2017, 11:05 ]
 
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von Marian CCL - Montag, 26. Juni 2017, 11:33
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Eines der heißesten Themen, wenn es um Klimaschutz geht, sind Flugreisen. Wer verzichtet schon gerne auf den lang ersehnten Trip ins exotische Urlaubsland? Ich muss gestehen, dass auch ich mir hier sehr schwer getan habe. Dabei gehöre ich garantiert nicht zu dem Typus Mensch, der eben mal für nen Wochenend-Ausflug in den Flieger steigt.

Innerhalb Deutschlands nehme ich immer den Zug. Dank Bahncard und diverser Sparpreisangebote bleibt das auch bezahlbar. Mein Auto vor Ort lasse ich meistens am Fahrbahnrand stehen, lieber steige ich aufs Fahrrad. Nur für größere Besorgungen oder einige Nachtschichten beim rbb in Potsdam-Babelsberg wird der alte Verbrennungs-Motor angeschmissen. (Gerne würde ich hierfür Car-Sharing nutzen. Ich habe es durchgerechnet: In meinem speziellen Fall bedeutete das viel weniger Komfort und deutlich höhere Kosten.)

Und wie mit brennendem Fernweh umgehen? Mein Credo lautet: Fanatismus hat die Gesellschaft noch niemals vorangebracht. Wer ein sehr großes Verlangen hat, mal nach Canada, nach Neuseeland oder wie der persönliche Sehnsuchtsort auch heißen mag, zu fliegen, sollte das tun, und zwar ohne schlechtes Gewissen. Die Organisation atmosfair hat ein Kompensationszahlungssystem entwickelt. Damit vermeidet man zwar nicht die Emissionen, die man selbst erzeugt. Aber man trägt in Schwellen- und Entwicklungsländern zum Umstieg auf erneuerbare Energien bei, d.h. man bezahlt dafür, dass andernorts Emissionen durch Kohlekraft vermieden werden. Das ist zumindest besser als gedankenlos fliegen.

Beim CCL wollen wir jedoch auch vom Kulturwandel sprechen. Was soll ich sagen? Es ist nicht schwer, aber es dauert. Seit Jahren denke ich gerade über das Thema Reisen nach. In diesem Frühjahr kam mir die Bahn zu Hilfe. Ich fand ein Top-Sonderangebot für ein Ticket Berlin-London. Da wusste ich: so geht es. Ich nutze die preiswerte Fahrtgelegenheit und stelle mich innerlich auf eine etwas längere Reisezeit ein. Seitdem "arbeitet" es in mir. Wie wird es wohl sein, so lange im Zug zu sitzen, fragt meine innere Stimmer Nummer Eins. Was stellst Du Dich denn an, kommentiert die innere Stimme Nummer Zwei. Sie erinnert mich daran, dass ich früher, in den 1970-ern und 1980-ern immer einen ganzen Tag lang unterwegs war.

Und plötzlich zeigt sich das Thema "Klimakulturwandel" von einer neuen Seite: im Mittelpunkt steht die Zeitfrage. Wofür nehme ich mir Zeit und warum, wofür nicht? Wieviel Zeit habe ich überhaupt? Dabei möchte ich es mit diesem Blog-Post belassen. Wenn wir über Reisen sprechen, dann sprechen wir über Zeit. Das ist ein ganz zentraler Punkt auf dem Weg in eine klimafreundliche Welt. Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Herzlich, Eure Marian


[ Geändert: Freitag, 28. Juli 2017, 13:15 ]