Website-Blog

Nutzerbild Marian CCL
von Marian CCL - Freitag, 8. Februar 2019, 12:34
Weltweit öffentlich
Schaf im Schnee wärmt sich an der Sonne

Der Winter hat uns voll im Griff. Wie kommen wir klimafreundlich durch die kalte Jahreszeit? Gerade Hausbesitzer*innen nutzen viel zu selten die preisgünstige und emissionsarme Heizmöglichkeit mit Warmwasserkollektoren. Außerdem gibt es zusätzlich zur eigenen Solarthermie-Anlage noch viele kleine Wärme-Tricks, um intelligent und einfach einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die meisten davon kennen wir gut, doch setzen wir sie auch wirklich um?

Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 nehmen derzeit nur zwei Prozent aller Hausbesitzer die Kraft der Wintersonne in Anspruch, um ihren fossilen Brennstoffverbrauch sowie die damit verbundenen Kosten zu reduzieren. Gerade beim Heizen des Eigenheims oder der Wohnung können jedoch die meisten Emissionen gespart werden - 70 Prozent der eingesetzten Gesamtenergie im Haushalt entfallen auf die Erzeugung von angenehm kuscheligen Temperaturen. Auf Platz zwei folgt die Warmwasserbereitung mit 14 Prozent. Eine Solarthermie-Anlage leistet in beiden Fällen eine Menge. Sie kann den Heizenergiebedarf bis zu 30% und den Energiebedarf für die Warmwasserbereitung (im Sommer) vollständig decken.

Wie effektiv einen Solarthermie-Anlage ist, hängt von der geographischen Lage ab, aber selbst bei bedecktem Himmel erzeugen Warmwasserkollektoren noch Wärme. Damit kommen auch Gegenden mit weniger Sonneneinstrahlung für eine Installation in Frage. Bei begrenzt zur Verfügung stehender Dachfläche kann eine Kombi-Anlage aus Warmwasser-Kollektor und Photovoltaik (PV-Anlage) sinnvoll sein, die im Verbund die Sonnenkraft optimal nutzen. Welcher Anlagentyp sinnvoll ist, darüber klärt ein Gespräch mit einer Beratungsstelle am besten auf, da sehr viele unterschiedliche Parameter berücksichtigt werden müssen.

Natürlich sind das keine neuen Fakten; dennoch scheinen sie wenig bekannt sein. Dies legt zumindest die äußerst niedrige Rate installierter Solarkollektoren nahe. Wir vom CCL fragen uns, woran das liegt. Vielleicht fehlt es an Mund-zu-Mundpropaganda von Dachbesitzer*in zu Dachbesitzer*in? Gerade wer selbst eine Anlage besitzt, könnte die Vorzüge überzeugend vermitteln! Dieser Beitrag möchte dazu ermuntern. Denn:

Eine Solarthermie-Anlage spart auf lange Sicht Geld und kann deshalb getrost auch als sichere Investition vermittelt werden. Natürlich verursachen der Kauf und die Installation anfangs gewisse Kosten. Diese kann man mit einer Bafa-Förderung deutlich verringern. Bei der Erstinstallation einer Solarthermie-Anlage für Warmwasserbereitung und Heizung beträgt die Basisförderung beispielsweise 140 Euro je angefangenem Quadratmeter (m²) Bruttokollektorfläche oder mindestens 2.000 Euro je Anlage. Das wären, wenn man einfache Schätzungen zu Grunde legt, etwa ein Viertel bis die Hälfte der Gesamtkosten, je nach eingesetzter Kollektorart. Nach etwa zehn bis fünfzehn Jahren Amortisationszeit liefert die Anlage dann klimafreundliche Wärmeenergie zum sonnigen Minimaltarif.

Natürlich haben nicht alle haben die Möglichkeit eine Solaranlage zu installieren. Aber auch intelligentes Heizen leistet bekanntlich ganz einfach einen Beitrag. Zusätzliche Kosten- und CO2-Einsparungen sind in der kalten Jahreszeit durch kleine, aber trotzdem effektive Verhaltensänderungen möglich. Sie erscheinen so simpel und doch braucht es immer wieder den gewissen inneren Ruck, um sie zu durchzuführen. Die einfachste Maßnahme ist das Herunterregeln der Heizung. Schon ein Strich weniger auf dem Thermometer spart ganze sechs Prozent Energie. Man muss ja nicht unbedingt im T-Shirt in der Wohnung herumlaufen. Mit einem flauschigen, warmen Wollpulli hält man es auch bei einer Raumtemperatur von 19 Grad gut aus. Hilfreich sind natürlich auch dicke Socken, denn das Wohlgefühl beginnt bei den Füßen. Und wer das Sparen gleich noch mit einem Plus für die eigene Gesundheit verbinden will: Fitnessübungen, die den Kreislauf in Schwung halten (z.B. 15 Mal hintereinander vom Sofa/Stuhl aufstehen und sich wieder setzen) und ein regelmäßiger Spaziergang –sogar in den eigenen vier Wänden -tragen außerdem zur allgemeinen Gesundheit bei.

Wer sich für ein klimafreundliches Leben interessiert, weiß, dass die Frischluftzufuhr durch fünf Minuten Stoßlüften bei ausgeschalteter Heizung geschehen sollte und natürlich nicht durch ein gekipptes Fenster. Es lohnt sich, dies gegebenenfalls auch im Freundes- und Bekanntenkreis an zu sprechen. Denn der eingeschaltete Heizungsthermostat registriert den Temperaturabfall und regelt entsprechend nach, sodass die Energie tatsächlich zum Fenster hinaus „gefeuert“ wird. Achtung, das gilt auch für Flur und Kellerfenster!

Apropos Thermostat …. Der Heizkörper wird nicht schneller warm, wenn man den Regler höher dreht. Die Zahlen 1 bis 5 besagen lediglich, bis zu welcher Raumtemperatur der Radiator arbeitet, bevor er sich abschaltet. Stufe drei steht im Allgemeinen für 20 Grad. Mehr braucht man in Wohnräumen auch nicht; im Schlafzimmer reicht Stufe 1 -2. Ob es sinnvoll ist, die Heizung in der Nacht ganz auszustellen oder nur niedriger zu setzen, das muss man entscheiden. Wenn die Wohnung oder das Haus sehr stark auskühlt (oder Schimmelneigung besteht), wäre eine Nachtabsenkung um etwa vier Grad sinnvoller. Zu bedenken ist außerdem, dass die Heizung bei Komplettabschaltung sogar einfrieren kann, wenn sie keinen Frostschutz hat.

Auch rundum den Heizkörper selbst gibt es einiges : Zum einen das regelmäßige Entlüften, dadurch kann man bis zu 15% Energie sparen. Sinnvoll ist auch die Dämmung der Außenwand von innen hinter den Heizkörpern - schon eine simple Styroporplatte hält die Wärme besser im Haus. Absolut nicht sinnvoll ist es, den Heizkörper mit Möbeln bzw. Vorhängen zu verstellen oder Wäsche darauf zu trocknen, denn dies führt zu einem Stau und die Wärme kann sich nicht gleichmäßig im Raum verteilen.

Oft vergessen werden die simplen Wärmesparmaßnahmen wie Schließen der Jalousien und Vorhänge in der Nacht und das Abdichten der Wohnungstür sowie der Fenster. Wer im Eigenheim wohnt, hat darüber hinaus noch wesentlich mehr Möglichkeiten seine Heizkosten zu mindern: Durchführen eines hydraulischen Abgleichs, regelmäßige Wartung, Tausch der Heizungspumpe oder das Dämmen der Heizungsrohre.

Was sind Ihre Tipps und Tricks zur Heizkosten- und CO2-Ersparnis? Und wie sorgen Sie dafür, dass diese auch wirklich unters Heizungsvolk kommen? Wie gehen Sie mit Diskussionen zu den heiß geliebten aber klimatechnisch nicht unproblematischen Kaminöfen um? Wir sind gespannt auf Ihre Antworten und Kommentare!

Weiterführende Literatur und Links:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/richtig-heizen

Tipps zur Heizkostensenkung

·        https://www.test.de/Serie-Energie-sparen-Teil-4-Heizkosten-Reduzieren-ohne-frieren-1734645-0/

·        http://www.wie-energiesparen.info/stromsparen-im-haushalt/beim-heizen/richtig-heizen-heizkosten-sparen/

·        http://www.sw-duerkheim.de/kundenservice/verbrauchertipps/energieverbrauch.html

·        https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/10-einfache-tipps-zum-heizkosten-einsparen-3626.html

Der durchschnittliche Heiz-Energiebedarf im Haus

·        https://heizung.de/heizung/tipps/der-durchschnittliche-energiebedarf-im-haus/

Wirtschaftlichkeit / Amortisation

·        https://www.co2online.de/modernisieren-und-bauen/solarthermie/solarthermie-preise-kosten-amortisation/#c94487 (dort auch Solarkosten-Rechner sowie Fördermöglichkeiten)

Funktion einer Solarthermie-Anlage

·        https://www.heizsparer.de/spartipps/heizkosten/heizkosten-sparen-mit-solarthermie


Schlagwörter:
[ Geändert: Freitag, 8. Februar 2019, 12:48 ]