Handreichung Video-Session 7 "Alternativen zur Alternativlosigkeit" - Transition Town

2. Transition Initiativen / Transistion Towns als Alternativen zur Alternativlosigkeit

2.1. Start und Verbreitung der Transition-Idee

 Ursprünglich ist die Transition-Idee 2005 im englischen Kinsale aus dem Impuls einer Gruppe Menschen um den Permakultur-Designer Rob Hopkins entstanden. Sie stellten sich die Frage: wie können wir Werkzeuge der Permakultur nutzen, um den öko-sozialen Wandel zu gestalten? Hopkins hatte nämlich den ersten Vollzeitkurs zum Thema Permakultur am College in Kinsale entwickelt. Jetzt benutzte er dies als Grundlage, um im nächsten Schritt mit seinen Studierenden in Antwort auf die Peak-Oil-These  ein Programm zur Förderung der Unabhängigkeit der Kommune von fossilen Rohstoffen vorzulegen. 2005 wurde das Programm, welches wiederum auf bereits existierenden Sozial- und Kulturwandelmodellen und Programmen aufbaute, dem Stadtrat vorgestellt. Kinsale wurde nach positiver Bestätigung durch den Rat somit die weltweit erste sogenannte „Transition town“, also „Stadt im Übergang/Wandel“. Als  Hopkins mit seiner Familie nach Totnes in der englischen Grafschaft Devonshire umzog und die Gruppe aus Kinsale sich auch an dem neuen Ort engagierte, wurde Totnes 2006 ebenfalls zur Transition Stadt (siehe Siegle, 2011).  

Mittlerweile hat sich die Bewegung in über 50 Ländern verbreitet. Sie wurde von Tausenden sich neu bildenden oder bestehenden Initiativen aufgegriffen, in Städten und Dörfern umgesetzt. Auch in Universitäten und an Schulen fand sie Anklang. Geschätzte 5.000 lokale Initiativen wurden ins Leben gerufen, seit 2010 auch in Deutschland. Die Flexibilität und Offenheit der Idee laden zur kreativen Umsetzung ein, die auch unter verschiedenen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen gelingen kann.
Zahlreiche Publikationen und Dokumentationen erzählen die Geschichten der Transition-Bewegung, zeigen Beispiele und Methoden.  Das „Energiewendehandbuch“, Rob Hopkins Buch „Einfach. Jetzt. Machen.“, der Sammelband „21 Stories of Transition“, die Filme „Voices of Transition“, und „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“ (siehe Abschlussbericht BMU Projekt in Literaturverzeichnis).