Handreichung Video-Session 7 "Alternativen zur Alternativlosigkeit" - Transition Town

5. Praxistipp: Wann ist eine Transition-Initiative erfolgreich?

In der Transition Bewegung geht es vor allem um Kraft und Visionen, die entstehen, wenn engagierte Menschen zusammenkommen, um etwas zu bewegen. Dass dabei bestimmte Grundlagen wichtig sind, um eben diese Kraft optimal und vor allem harmonisch und nachhaltig zu nutzen, ist klar. Neben dem im Interview erwähnten, als Leitfaden erhältlichen „Gesundheitsscheck“ für Transition Initiativen, nutzt die Bewegung das Bild des „Transition Tiers“, um alle Aspekte für erfolgreiche Initiativen und Projekte anschaulich darzustellen. Hierbei präsentieren verschiedene Körperteile des Tieres verschiedene Aspekte des Gelingens (Nachzulesen auf der Website: https://transitionnetwork.org/news-and-blog/march-2019-is-international-transition-health-check-month/)


1.    Vier Beine

Eine Transition Gruppe oder Initiative braucht Beine zum Laufen, vor allem um in die richtige Richtung zu laufen. Die vier Beine, die es braucht, damit das gemeinsame Engagement erfolgreich wird sind:

  1. Eine funktionierende Gruppe, die Dinge zusammen anpackt, erledigt und dabei die Stimmung in der Gruppe pflegt und im Blick hat.
  2. Einbindung der lokalen Gemeinde/Gemeinschaft und Zusammenarbeit mit einer Reihe von
  3. Partnern und anderen Netzwerken, gemeinsame Gestaltung
  4. von praktischen Projekten, die die Kommune oder Gemeinde in ihrer positiven Entwicklung unterstützen und Transformation in der unmittelbaren Nachbarschaft anregen.
2.    Herz

Ein ausbalanciertes, gesundes Innenleben der Beteiligten ist ebenso wichtig für eine erfolgreiche Initiative. Überarbeitung und Überlastung der Engagierten und keine faire Verteilung der Aufgaben können zum burn-out führen. Das Herz bringt bestimmte Werte und die Transition-Prinzipien ins Spiel, die die Gruppe und jeden Einzelnen unterstützen, Selbstfürsorge zu betreiben und Fürsorge für die Anderen zu entwickeln. Dadurch kann sich eine positive Kultur entwickeln, mit Zeit zum gemeinsamen Reflektieren und die individuellen Energievorräte im Blick zu behalten, sowie die individuelle Nachhaltigkeit des Engagements. Das wird in der Transition Bewegung „innere Transition“ (oder auch “innerer Wandel”) genannt.

3.    Vision

Es ist schwer zu sehen, wohin man geht, wenn man keine Augen hat. Genauso ist es schwierig zu erkennen, was eine Gruppe vorhat, wenn sie keine gemeinsame Vision formuliert.

4.    Ein wedelnder Schwanz

Glückliche Tiere wackeln oft mit ihren Schwänzen, und Freude und Spaß an der Arbeit sind ebenso essentielle Bestandteile einer Transition Gruppe wie die soziale Verbindung untereinander und Zeiten fürs gemeinsame Genießen.

Das Transition-Tier

Natürlich kann eine Initiative auch ohne einige dieser Elemente funktionieren. Die Bewegung hat allerdings durch eigene Erfahrungen und Feedbacks festgestellt, dass Projekte, in denen die Mitglieder allen vier Ebenen Aufmerksamkeit und Bedeutung beimessen, gesünder, erfolgreicher und nachhaltig aktiver sind. Dies wiederum muss nicht bedeuten, dass von Anfang an in allen vier Bereichen gearbeitet werden muss. Viele Gruppen nehmen sich Zeit für die gemeinsame Entwicklung und machen auch zwischendurch immer wieder Reflektionspausen oder Erholungsphasen. Vielleicht wird auch in der Gruppe entschieden, dass einige Aspekte für die aktuelle Initiative nicht sehr relevant scheinen. Die gemeinsame Reflektion des Transition Tieres mit seinen vier Aspekten sollte jedoch Teil einer jeden Projektbildung sein. Ganz nach den sehr engagierten Individuen im Film „Die Welt ist voller Lösungen“:

 „Wir haben nicht gefragt: Wollen wir den Planeten retten? Das war zu riesig! Wir legten einfach los, wo wir grade waren.“

(Zitat aus dem Film: „Die Welt ist voller Lösungen“)