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von Marian CCL - Dienstag, 13. Februar 2018, 10:43
 

3 Elektroautos, Windräder, Bürgermeister Conrad Wörrstadt und Klimaschutzmanagerin

Markus Conrad ist ein Vollblutpolitiker mit Weitblick. Der 1973 geborene Diplom-Verwaltungswirt wurde als 29-Jähriger zum Bürgermeister der VG Wörrstadt gewählt und 2011 im Amt bestätigt. Am 17. Februar wird er bei der CCL-Werkstatt in seiner Verbandsgemeinde mit dabei sein. Denn sein Motto ist: „Mit gutem Beispiel vorangehen.“ Wir haben mit ihm gesprochen und ihn zu seinen Erfahrungen beim Thema Klimaschutz befragt.

CCL: Wörrstadt hat im Klimaschutz viel erreicht: Seit 2012 gibt es ein integriertes Klimaschutzkonzept sowie ein Teilkonzept für öffentliche Liegenschaften. Der Verbandsgemeinde wurde der Titel Energiekommune verliehen, außerdem erhielt sie als erste Verbandsgemeinde in Deutschland den European Energy Award. Was ist das Erfolgsrezept Ihrer Kommune?

BM Markus Conrad: Wir haben eine große Offenheit diesem Thema gegenüber, sowohl in der Bevölkerung, aber auch die gesamte Verwaltung steht dahinter. Energie, Innovation und Nachhaltigkeit sind bei uns wichtige strategische Entwicklungsthemen. Und wir beschäftigen uns auch schon lange damit! Wie Sie wissen, hat die Firma JUWI seit 2008 ihren Stammsitz in unserer Verbandsgemeinde. Wir haben uns damals bemüht und sehr schnell gehandelt, um dieses Unternehmen bei uns anzusiedeln.

CCL: Es gab wahrscheinlich aber auch eine wirtschaftliche Motivation?

BM Markus Conrad: Sicherlich. Das ist aber nicht das Einzige. Wir wollten ganz bewusst Position beziehen und zeigen, dass wir für neue Energie-Technologien offen sind. Das war eine strategische Entscheidung. Wir haben damals gesehen, dass die erneuerbaren Energien ein wichtiges Zukunftsfeld darstellen, außerdem geht es um die Stärkung der Region. Diese progressive Einstellung zahlt sich jetzt aus. Wir decken unseren Energiebedarf inzwischen fast zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen vor Ort.

Aber wie gesagt spielt nicht nur das Wirtschaftliche eine Rolle, sondern auch Lebensgefühl und Atmosphäre. Man muss Rahmenbedingungen schaffen, dass die Menschen sich wohlfühlen. Dazu gehören auch die Aushängeschilder, auf die man stolz ist. Daher unser neuer Slogan, den wir im Rahmen eines CI-Prozesses mit den Bürgern erarbeitet haben: „Mittendrin und voller Energie.“

CCL: Passenderweise findet der CCL-Workshop dann auf dem JUWI-Werksgelände statt …

BM Markus Conrad: Ja, das Gebäude ist ein Energie-Plus-Gebäude; erzeugt also mehr Energie als es verbraucht. Es ist sehr ästhetisch, ganz in Holzbauweise gebaut. Und die Kantine setzt auf regionale Produkte. Klimaschutz und Energiewende werden an diesem Ort fühlbar gelebt, das ist eine wichtige Inspiration.

CCL: Warum haben Sie sich als Verbandsgemeinde entschieden, eine CCL-KlimaKultur-Werkstatt durchzuführen?

BM Markus Conrad: Es engagieren sich schon viele Bürger bei uns, aber es ist wichtig, dass noch mehr mitmachen. Die Ziele, die wir uns beispielsweise mit dem Klimaschutzkonzept gesteckt haben, die schaffen wir nur gemeinsam. Die Verwaltung kann zwar ein gutes Beispiel geben, aber das ist eine Teamaufgabe für alle. Zusammen können wir auch noch viel, viel mehr erreichen.

Ich kann als Verwaltung, als Bürgermeister viele strategische Überlegungen haben, aber für die Umsetzung von Nachhaltigkeit, Innovation, Energie, muss ich den Menschen auch die Chance geben, mitzuwirken. Und das gilt auch umgekehrt; man muss sich auch selbst verändern können.

CCL: Welche Assoziation haben sie denn persönlich beim Thema KlimaKultur-Wandel?

BM Markus Conrad: Ich denke mir, was kann man selbst im Kleinen beitragen, damit auch die Ziele im Großen erreicht werden? Und da gehört schon auch eine Veränderung dazu. Ein bisschen seinen persönlichen Lebensstil ändern, sich Dinge mehr bewusstmachen. Manche Bequemlichkeiten vielleicht auch anpassen. Offen für Neues sein, für Dinge, die man früher vielleicht unwichtig fand, auch mal auszuprobieren um voranzukommen. Denn es bringt ja nichts, wenn jeder von uns genauso weitermacht wie bisher, werden wir nicht viel ändern.

CCL: Haben Sie in Ihrem persönlichen Leben auch schon kleine Veränderungen vorgenommen?

BM Markus Conrad: Persönlich ist für mich das Thema Regionalität wichtig. Einfach mal nachdenken, wo die Lebensmittel herkommen! Muss ich permanent alles zur Verfügung haben? Und dann natürlich alles rund um die Mobilität. Ich habe beschlossen, dass mein neues Auto ein Hybridfahrzeug sein wird.

Bei uns in der Verwaltung haben wir fast alle Dienstwagen, auch die vom Ordnungsamt und einen kleinen Lieferwagen, auf Elektro- oder Hybridfahrzeuge umgestellt – natürlich auch meinen Dienstwagen.

CCL: Wenn wir jetzt nochmal auf das CCL zurückkommen. Bei welchen inhaltlichen Schwerpunkten erhoffen Sie sich Unterstützung durch die KlimaKultur-Wandel Werkstatt des CCL?

BM Markus Conrad: Wie gesagt setzen wir uns von der Verwaltung her für das Thema Elektromobilität ein. Wir werden neue Ladesäulen aufstellen, und es ist wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger sie auch nutzen. Wir wollen die Bürger bei den Themen Mobilität und Regionalität mitnehmen. Wichtig ist uns aber auch der Bereich Wärmedämmung, energetische Sanierung der Gebäude. Da gibt es eine Energieberatung, außerdem unser Förderprogramm für einen Heizungspumpentausch und vor allem planen wir auch neue Quartierskonzepte in einigen unserer Ortsgemeinden.

Natürlich haben wir mittlerweile schon ganz viele Menschen in unserer Verbandsgemeinde, die sich aktiv mit Klimaschutz beschäftigen. Beispielsweise hat sich aus der Lokalen Agenda21 heraus eine Energiegenossenschaft gegründet. Aber manchmal muss das Bewusstsein auch erst noch geweckt werden!

Ich sag mal: Steter Tropfen höhlt den Stein. Man muss immer wieder aufs Neue erinnern, einen neuen Zugang anbieten, denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Man fällt sehr leicht in das Alte zurück, das ist am Einfachsten. Die Gewöhnung an das Neue gelingt nur, wenn man immer wieder Impulse setzt. Von der KlimaKultur-Werkstatt des CCL erhoffe ich mir eben diese motivierenden Impulse, die den Bürgerinnen und Bürger Lust auf Beteiligung machen.

CCL: Vielen Dank für das Interview.

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von Marian CCL - Mittwoch, 20. Dezember 2017, 12:54
 

Leider auf Englisch, dieses Buch vom berühmten Paul Hawken:

Drawdown: The Most Comprehensive Plan Ever Proposed to Reverse Global Warming.

Hawken hat viele Vorschläge. Aber einer davon ist besonders leicht umsetzbar: Fahrrad fahren! Wer macht mit?