Point of View: Landschaft verstehen

Die Publikation erschien anlässlich des Kooperationsprojektes Points of View – ein Partnerprogramm der Bundesregierung im Jahr der Geisteswissenschaften 2007 im Rahmen des 550-jährigen Jubiläums der Albert-Ludwig Universität Freiburg.

Wie kann das Bild einer Landschaft wahrgenommen, verstanden und interpretiert werden? Diese zentrale Frage unserer technisch-wissenschaftlichen Lebenswelt suchen KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen gemeinsam einer Antwort näher zu bringen: Mit einer Fachtagung an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, einer Ausstellung im städtischen Kunsthaus L6 und einer Exkursion in den Schwarzwald. Die Publikation dokumentiert die wissenschaftlichen Analysen und Befunde der Tagung und die künstlerischen Annäherungen und Setzungen. Sie ist daher zugleich Tagungsband und Ausstellungskatalog und unterstreicht die Möglichkeit gemeinsamer wissenschaftlicher und künstlerischer Bearbeitung einer wachsenden Herausforderung: der Gestaltung verantwortlicher Weltverhältnisse.

Klimaschutz verändert unsere Landschaft und Weltverhältnisse in gestaltender Art und Weise.

Kapitel: Landschaft und ihre verborgene Nutzung. Einbindung der Wasserkraftanlagen zur Stromerzeugung der Schluchtensee AG im südlichen Schwarzwald.

Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre fand ein Paradigmenwechsel statt, der eine Verschiebung von einer technikdominierten, hin zu einer ökologisch orientierten Auffassung der wasserbaulichen Aufgabe zur Folge hatte. Es gelang eine technische Nutzung in einer intakten Kulturlandschaft, die grundsätzlich akzeptiert wird. Es wird festgehalten, dass die Energieerzeugung aus Wasserkraft gerade aus Sicht 2008 eine umweltverträgliche Energie ist, die aus unserer Kulturlandschaft gewonnen wird.

Kapitel: Neue Kulturlandschaften – Konflikt mit der Tradition.

Untersucht werden die vielfältigen Dimensionen von Landschaft. Der Autor kommt zu dem Fazit, dass es vonnöten ist, sich auf Neues einzustellen, dabei Altes, ja Archaisches einzubeziehen und Kontinuität zu wahren bzw. zu schaffen; neue Funktionen für Vertrautes zu suchen, sich dem Klimawandel in aller Konsequenz zu stellen; viel mehr Mut zur stilvollen Gestaltung zu zeigen. Damit sich lokal und regional eine je eigene Dynamik, eine Vielfalt von Lösungen entfalten kann, benötigen wir, so der Autor, mehr Gestaltungsspielraum, welche die Politik liefern müsse. Dann würden sich Anspruchsgruppen wiederfinden und für den Naturschutz allemal etwas herausspringen.

Literatur

Richard Schindler, Jörg Stadelbauer, Werner Konold (Hrsg.): Points of View: Landschaft verstehen - Geographie und Ästhetik, Energie und Technik (ISBN 978-3-937014-57-9)


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