Public Smog

Amy Balkin’s Kunst einzuordnen fällt schwer, im Grunde ist es ihre Fähigkeit zu abstrahieren. Auch zeigen ihre bisherigen Werke, dass sie versucht zu polarisieren um auf bestehende Probleme hinzuweisen. Auf der dOCUMENTA (13) im Jahr 2012 war Amy Balkin mit der Installation „Public Smog“ vertreten. Die Installation ist Teil des gleichnamigen Projektes das sie bereits 2004 initiierte. Ziel von Public Smog ist es, in der Atmosphäre einen „Park der sauberen Luft“ zu schaffen. Dazu sind eine Reihe konzeptioneller, gesellschaftlicher, ökonomischer und politischer Tätigkeiten und Gesten geplant.

Die Installation auf der documenta ist Teil der Bemühungen die Erdatmosphäre als UNESCO-Welterbe einzutragen. Für das offizielle Welterbe-Bewerbungsverfahren stellte Amy Balkin einen Katalog sämtlicher Kriterien zusammen, die die Atmosphäre als ein einzigartiges und schützenswertes Gut ausweisen. Die Installation besteht aus den Briefen, die Amy Balkin an UNESCO-Länder geschickt hat sowie deren Antworten. Die Künstlerin lädt die Länder in ihren Briefen ein, sich einzeln oder in Koalitionen an die Spitze des Projekts zu setzen, um das außergewöhnliche Verfahren voranzutreiben. Die Schriftstücke, die sich im Verlauf dieses Prozesses angesammelt haben, offenbaren die politischen Hindernisse, sich mit dem Klimawandel zu befassen, sowohl in multilateralen Prozessen als auch aufgrund der Interessen einzelner Staaten.

Durch die Inszenierung einer Petition schafft es Amy Balkin zudem den Zweck von gemein-samem Handeln greifbarer zu machen: Für einen Antrag an den Bundesumweltminister konnten BesucherInnen Petitionspostkarten unterschreiben. Der Appell verweist auf die Gefahren für die Atmosphäre durch Treibhaus-gase sowie die Sorge um die Auswirkungen des Klimawandels auf das materielle und immaterielle Kultur- und Naturerbe, das sich bereits auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO befindet. 50.000 BesucherInnen unterschrieben die Petition und wurden somit Teil der Installation.

Zu den großen Herausforderungen, vor denen das Projekt steht, zählt die Tatsache, dass die Atmosphäre ein grenzenloses Reich ist. Üblicherweise dürfen nur Staaten Stätten innerhalb ihrer Grenzen nominieren sowie vor ihren Küsten gelegene Stätten, auf die sie politischen Anspruch erheben oder die sie gemeinsam vorschlagen. Die Petitionspostkarten wurden Umweltminister Altmaier überreicht, er lehnte die Petition jedoch ab.

Weiterführende Links

erhard-metz.de/2012/08/01/documenta-13-in-kassel-21/
publicsmog.org/

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