Inspiration


Glossar Symbolbild: Glühbirne

Willkommen im Inspirations-Glossar!


Suchst Du Anregungen, wie Du das Thema „Kulturwandel für den Kommunalen Klimaschutz“ noch besser und phantasievoller kommunizieren kannst? Bei diesem Glossar wirst Du fündig. 

Vielleicht willst Du, beziehungsweise Deine Kommune, selbst ein klimakulturelles Projekt auf die Beine stellen. Oder Du bist einfach nur gespannt, was sich an der Schnittstelle von Kultur und Klimaschutz schon so alles getan hat. Dann wünschen wir viel Spaß beim Stöbern in den insgesamt elf Projektkategorien.

Wichtig: Natürlich ist unser Glossar keinesfalls vollständig. Wenn Du uns über weitere passende Projekte informieren möchtest, dann schreibe uns gerne eine Mail.


Man kann das Glossar über das Suchfeld und das Stichwortalphabet durchsuchen.

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S

Solidarische Landwirtschaft Darmstadt

Im Herbst 2011 hat sich die SoLaWi in Darmstadt gegründet. Ihre Vision ist es, eine Vielfalt an frischen, gesunden Lebensmitteln aus der Region zu beziehen und es gleichzeitig den LandwirtInnen zu ermöglichen, weitestgehend frei von kapitalistischen Zwängen und somit wirklich nachhaltig und bedarfsorientiert zu wirtschaften.

Durch das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft kommen die ErzeugerInnen der Nahrungsmittel mit den VerbraucherInnen zusammen. Sie entscheiden basisdemokratisch, was im folgenden Jahr angebaut wird und kalkulieren die Kosten. Die Gruppe der KonsumentInnen steuert, meist im Voraus, die erforderlichen Mittel bei und wird dafür das ganze Jahr über mit Gemüse und anderen Hoferzeugnissen versorgt. Risiken wie Missernten werden in gemeinschaftlicher Verantwortung getragen. Überschüsse, wie sie im jetzigen System die Regel sind, werden vermieden – ebenso wie lange Transportwege mit all ihren Implikationen. Die Solidarische Landbewirtschaftung ist grundsätzlich nicht profitorientiert, sondern kostendeckend. Die Produkte werden in Depots in der Stadt für die KonsumentInnen zum Abholen bereitgestellt. Des Weiteren wird den KonsumentInnen bewusst, was zu welcher Jahreszeit in Deutschland überhaupt angebaut werden kann. In Darmstadt kann man sich als KonsumentIn und als ProduzentIn beteiligen.

In Darmstadt ist SoLaWi Teil der Transition Town Bewegung. Ferner gibt es ein loses deutsches Netzwerk von Gruppen Solidarischer Landwirtschaft. Die Idee entstand in den 1980er Jahren im deutschsprachigen Raum sowie in den USA, ausgehend von den Landwirten Trauger Groh und Robin Van En.

Für den/die TeilnehmerIn der Umfrage war das Beispiel insbesondere aufgrund seines sozialen Charakters wichtig, da viele gleichgesinnte Menschen für andere, die weniger Geld haben, mit bezahlen. Aus anderen Bereichen würde er/sie dies nicht kennen, weil jede/r nur noch „mit ausgefahrenen Ellenbogen“ hantiere.

Dem Projekt treten Menschen mit gemeinsamen Werten und Visionen bei, und dadurch entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, insbesondere durch den stark lokalen Bezug. Stärkere Bewerbung des Projektes würde dem Thema noch mehr Aufmerksamkeit geben und auch Menschen dafür interessieren, die sich bislang nicht mit konventioneller Landwirtschaft und ihren Folgen etc. auseinandergesetzt haben. Das Projekt ist eine Low-Tech Solution, mit einem gewissen organisatorischen Aufwand und nötigem landwirtschaftlichem Know-How.

Weiterführende Links

solawi-darmstadt.de

Netzwerk Solidarische Landwirtschaft

Eingabelink: Solidarische Landwirtschaft Darmstadt

U

Umwelthauptstadt Hamburg

Der „Zug der Ideen“ war eine Ausstellung in Containern zum Umweltschutz in Hamburg, die aufzeigte was jeder Einzelne beitragen kann. Diese war laut Zeitungsbericht sehr erfolgreich. Die Ausstellung wurde in 18 weiteren Städten gezeigt, vor allem im europäischen Ausland.

Es gab über 2000 Veranstaltungen, die anhand eines eigenen Leitfadens „nachhaltig“ durchgeführt wurden. Der Leitfaden ist zum freien Download verfügbar. Ferner wurde ein Logo für umweltfreundliche Veranstaltungen geschaffen. Das Logo durften 70 Veranstalter führen. Der Veranstaltungskalender steht im Umweltportal Hamburg weiterhin zur Verfügung.

112 Umwelttouren wurden angeboten. Mit dem Faltplan der „Hauptstadttour – Hamburg für Umweltentdecker“ ist es auch heute noch möglich einen kleinen Stadtrundgang zu machen, und die Umwelthauptstadt kennenzulernen. Darüber hinaus lassen sich auf drei GPS -Touren ganz individuell Natur-Highlights entdecken.

Zentrale Anlaufstelle der Umwelthauptstadt Hamburg war ein Infopavillon zwischen Hauptbahnhof und Kunsthalle. Eine Dauerausstellung erklärte den BesucherInnen, was hinter dem Titel Umwelthauptstadt steckt, was Hamburg bereits im Umweltschutz erreicht, und welche Ziele sich die Stadt für die Zukunft gesetzt hat. Darüber hinaus fanden Wechselausstellungen zu verschiedenen Umwelthemen statt. Für Schulklassen gab es im Infopavillon spezielle Führungen. Neben dem Infopavillon am Hauptbahnhof gab es weitere Infopoints in Hamburg und der Metropolregion. Sie blieben auch nach 2011 bestehen.

Des Weiteren gab es verschiedene Aktionen und Projekte wie z.B. die Spendenaktion „Mein Baum – Meine Stadt“ oder das Umwelt-Partnerschafts-Projekt 2011, das im Juni 2010 startete.

Der/die TeilnehmerIn der Umfrage fand bemerkenswert, dass die Aktionen die Bevölkerung mit einem Augenzwinkern informierten, ohne erhobenen Zeigefinger. In Erinnerung geblieben ist ihm/ihr das Jahr der Umwelthauptstadt aufgrund witziger Sprüche auf öffentlichen Mülleimern, die dort noch immer zu lesen sind.

In einem Zeitungsartikel wird bezweifelt, ob die Stadt Hamburg seit 2011 tatsächlich viel im Umweltbereich geleistet habe, trotzdem hätte das Jahr der Umwelthauptstadt einen Beitrag zur öffentlichen Bildung hinsichtlich Umweltschutz geleistet und es auch geschafft, nicht nur die BürgerInnen sondern auch die Unternehmen mit ins Boot zu holen.

Das Projekt Umwelthauptstadt schafft kollektive Werte und Visionen, bietet Orientierung und auch Identifikation mit der eigenen Stadt. Dies trifft insbesondere deshalb zu, da auch Dinge hervorgebracht wurden, die über 2011 hinausreichen.

Weiterführende Links
hamburg.de/umwelthauptstadt/
Schlagwörter:
Eingabelink: Umwelthauptstadt Hamburg

Utopianale

Bei der Utopianale in Hannover sehen die Teilnehmenden zusammen Dokumentarfilme, die bereits verwirklichte, positive Ideen zeigen und kommen darüber ins Gespräch. Weiter enthält das Programm Workshops und Mitmachaktionen. Ein Markt der Möglichkeiten zeigt bereits aktive lokale Initiativen und so birgt das Tagesfestival die Chance, dass die an den Filmen interessierten Menschen sich zu aktiven Interessierten entwickeln und vernetzen. Die 5 Filme der 1. Utopianale im April 2013 sahen ca. 320 Menschen und es präsentierten sich neben den FilmemacherInnen Nils Aguilar und Elke von Linde auch über 10 regionale Initiativen.

Aus an Nachhaltigkeit und Resilienz interessierten Menschen AktivistInnen zu machen, ist die Idee der veranstaltenden Vereine „Wissenschaftsladen Hannover e.V.“ und „Transition Town Hannover e.V.“ sowie dem verantwortlichen Projektgestalter Felix Kostrzewa. Durch die bereits im Film und Markt gezeigten, verwirklichten Ideen soll Mut und Lust auf neue Lebensformen direkt gefördert werden. Workshops und der Markt der Möglichkeiten laden dazu ein, sich direkt selbst zu beteiligen.

Die 1. Utopianale wurde ehrenamtlich durchgeführt. Die Kosten für Räume und Referenten wurden durch Spenden und die Kooperation mit der Stiftung Leben & Umwelt, Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen ermöglicht.
Die 2. Utopianale mit 4 Filmen und 3 Workshops hat sich weiter entwickelt und professionalisiert, sie war ausgebucht. Das Gesamtbudget betrug rund 12.000 €. Neben der oben genannten Stiftung, die wieder unterstützte, förderte die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung die Veranstaltung. Das Agenda21Büro der Landeshauptstadt Hannover kooperierte in 2014 ebenfalls. Die 2. Durchführung konnte leider nicht mehr mit freiem Eintritt stattfinden.

Weiterführende Links

Utopianale bei tthannover.de

Eingabelink: Utopianale

V

Vorratskammer

 Die Künstlerinneninitiative myvillages.org wurde von der Kulturstiftung des Bundes und dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin eingeladen, ein künstlerisches Projekt zu entwerfen und umzusetzen, das die Versorgung und Bewirtung der BesucherInnen des Festivals „Über Lebenskunst“ aus lokalen Ressourcen zum Thema hatte. Das Festival „Über Lebenskunst“ ist Teil des gleichnamigen Projektes des Haus der Kulturen der Welt, welches der Frage nachgeht, was das “gute Leben” in der globalen ökologischen Krise sein könnte.

Resultat der Arbeit von myvillages.org in Zusammenarbeit mit Thomas Sprenger war, dass alles was beim Festival „Über Lebenskunst“ im August 2011 getrunken oder gegessen wurde, aus einer „Vorratskammer“ kam, die seit Sommer 2010 mit Lebensmitteln gefüllt wurde, die in und um Berlin produziert wurden.

Die Künstlerinneninitiative nutzte dieses Jahr, um z.B. (potentielle) Produzenten zu treffen und zusammenzubringen, Lebensmittel zu sammeln und zu verarbeiten, zu pflücken und zu konservieren sowie Ackerflächen, Milchbauern und Schnapsbrennereien zu suchen. Die Vorratskammer wurde in Zusammenarbeit mit LandwirtInnen und KleingärtnerInnen, Freunden und Familien, mit Großbetrieben und Kleinsterzeugern, mit Spezialisten und Amateuren, mit Kommerziellen und Nichtkommerziellen, Berlinern, Zugezogenen und Durchreisenden gefüllt. Die KünstlerInnen interessierten sich für Neuproduktionen ebenso wie für Bewährtes, für kleine Mengen wie für Große, für Schlepper und Mähdrescher wie für Handarbeit, für neue Technologien wie für Rosenlimonade. Die Vorratskammer füllte sich durch Tausch, Kauf, durch eigenen Anbau, gemeinschaftliche Ernte, neue Produktentwicklungen und Geschenke.

Das Eingelagerte wurde auf dem Festival täglich unterschiedlich und für verschiedene Anlässe an Orten im und um das Haus der Kulturen der Welt zubereitet und den unterschiedlichen Gästegruppen angeboten. Während des Essens konnte über das woher, wie und warum geredet werden. Am Ende des Festivals war das Lager so gut wie leer.

Die KünstlerInnen hatten aber nicht nur eine Vorratskammer angelegt, sondern auch Geschichten über die Lebensmittelproduktion in und um Berlin erfahren und gesammelt. Das dokumentierende Buch und der Film berichten vom Brennen und Brauen, vom Rote-Beete-Puffen und Schweine-Zerlegen, vom Salatanstich und dem großen Aufessen.

Literatur

Vorratskammer / Pantry, Hg. Kathrin Böhm, Wapke Feenstra, Antje Schiffers, Thomas SprengerLiteratur – ISBN 978-3-942700-26-9 (argobooks), ISBN 978-94-90322-38-0 (Jap Sam Books)

Weiterführende Links

Vorratskammer bei myvillages.org
Schlagwörter:
Eingabelink: Vorratskammer

Z

zur nachahmung empfohlen

Grundlage der Ausstellung ist die Annahme, dass die Endlichkeit der Energiereserven, der drohende Klimawandel sowie das Schwinden der Biodiversität bereits tief in die öffentliche Wahrnehmung eingedrungen sind. Es stellt sich dringlicher denn je die Frage nach individuellen Handlungsmöglichkeiten. „zur nachahmung empfohlen! expeditionen in ästhetik und nachhaltigkeit“ ist die erste umfassende Ausstellung in der Bundesrepublik, die die kulturelle Dimension von Nachhaltigkeit ins Zentrum rückt, indem sie Verbindungen von Nachhaltigkeit mit Ästhetik herstellt. Über 40 nationale und internationale Positionen aus Kunst, Wissenschaft, Film und Architektur stellen sich den Fragen des Weiterlebens auf dem in jeder Hinsicht gefährdeten Planeten. Sie zeigt künstlerische Praktiken, die zur Erhaltung des Planeten beitragen und Einfluss auf bewusstes Konsumverhalten nehmen wollen, ökonomisch rentabel sind und künstlerische Positionen, in denen sich die Grenzen zwischen Kunst, Aktivismus und Erfindungen auflösen, und sich die Erfahrungen und Arbeitsweisen von Umweltinitiativen mit künstlerischen Herangehensweisen verbinden. Die Ausstellung wird von Gesprächsforen begleitet. Der/die TeilnehmerIn der Umfrage verweist auf die beindruckenden Plakate und die raumfüllenden Exponate.

Integraler Bestandteil des Konzepts ist, die Ausstellung touren zu lassen, um sie so der Schnelllebigkeit des Kunstmarktes zu entziehen und an jedem weiteren Ausstellungsort die Eigenheiten und Kompetenzen der lokalen, künstlerischen und wissenschaftlichen Ebene sowie die der Umweltaktivisten mit einflechten zu können. Nach dem Auftakt in den Uferhallen in Berlin-Wedding 2010, war „zur nachahmung empfohlen!“ im Kunstverein Gartow, im Umweltbundesamt und der Bauhausuniversität Dessau sowie in weiteren deutschen Städten zu sehen. Seit 2012 war die Ausstellung unter anderem in Bombay, Addis Abeba, Peking und Mexiko zu sehen.

Die Ausstellung „zur nachahmung empfohlen!“ baut unter anderem auf folgenden Hypothesen auf:

  • Die kulturelle und ästhetische Dimension des Klimaschutzes muss ins „Sinnenbewusstsein“ gerückt werden, um so der beobachtbaren „Vernutzung“ des Begriffs entgegen zu wirken.

  • Klimaschutz, der sich als gestaltend versteht, kommt nicht ohne Künste und Wissenschaften aus; von ihnen ist das Denken in Übergängen, Provisorien, Modellen und Projekten zu lernen.

  • Künstlerische Fragestellungen und Handlungskonzepte zielen zunehmend auf die vielschichtigen Handlungsfelder der Ökologie und immer stärker darauf, ihren gesellschaftlichen Resonanzraum zu vergrößern.

  • Nachhaltigkeit braucht einen Entwicklungsraum, in dem sich die multiplen Verknüpfungen des vorhandenen Reichtums an Wissen und Erfahrung in Künsten und Wissenschaften erst wirklich entfalten können sowie gleichzeitig die Idee, dass jede/r Einzelne daran Anteil haben kann.

  • Klimaschutz braucht Wahrnehmungserweiterung im Zusammenwirken. Dafür müssen bewusst die Grenzen zwischen künstlerischer und technischer Kreativität aufgehoben werden, sowie die, zwischen Machbarkeit und Idee.

  • Die Sinnlichkeit ist im Klimaschutz das verbindende Element, wenn unterschiedliche, individuelle Dimensionen des Handelns gefordert sind.

  • neben technischen Innovationen und Werkstoffen braucht Klimaschutz partizipatorische Projekte und Netzwerke auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, zu Wasser und Klimawandel, Ökologie und Re-/Upcycling.

Der Projektträger der Ausstellung ist die Stiftung Forum der Kulturen zu Fragen der Zeit, vertreten durch die Stiftung- und Fördergemeinschaft Modellprojekte GmbH sowie eine Vielzahl weiterer Förderern und Medienpartner. Darüber hinaus setzt sich die Kuratorin Adrienne Goehler für einen Fonds für Ästhetik und Nachhaltigkeit ein, der in Zukunft ähnliche Projekte fördern soll.

Das Projekt „zur nachahmung empfohlen!“ erfuhr große Anerkennung für die anspruchsvolle Publikation, erschienen bei Hatje Cantz. Sie erhielt den Art Directors Club Award 2011 und den red-dot-award 2011 in der Kategorie editorial-design. Des Weiteren wurde es mit dem Mediensonderpreis der Deutschen Umwelthilfe und als Projekt der Werkstatt N des Rates für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet.

Weiterführende Links

z-n-e.info


Schlagwörter:
Eingabelink: zur nachahmung empfohlen


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