Inspiration


Glossar Symbolbild: Glühbirne

Willkommen im Inspirations-Glossar!


Suchst Du Anregungen, wie Du das Thema „Kulturwandel für den Kommunalen Klimaschutz“ noch besser und phantasievoller kommunizieren kannst? Bei diesem Glossar wirst Du fündig. 

Vielleicht willst Du, beziehungsweise Deine Kommune, selbst ein klimakulturelles Projekt auf die Beine stellen. Oder Du bist einfach nur gespannt, was sich an der Schnittstelle von Kultur und Klimaschutz schon so alles getan hat. Dann wünschen wir viel Spaß beim Stöbern in den insgesamt elf Projektkategorien.

Wichtig: Natürlich ist unser Glossar keinesfalls vollständig. Wenn Du uns über weitere passende Projekte informieren möchtest, dann schreibe uns gerne eine Mail.


Alle Kategorien

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BILDENDE KUNST

Energieavantgarde

Ziel der Energieavantgarde ist es, die Nutzung erneuerbarer Energien voranzutreiben und die damit verbundene Entwicklung von Zukunftstechnologien voranzutreiben. Hier ist insbesondere eine bessere Vernetzung der Akteure aus Wirtschaft, Kultur, Forschung, Bildung und Politik zur Schaffung von Synergien und zur Entwicklung von Modellvorhaben wichtig. Der Startschuss fiel im April 2013, seitdem hat ein Team, bestehend aus Thema1 GmbH, BTE Tourismus- und Regionalberatung und 100% erneuerbar stiftung im Auftrag der Stiftung Bauhaus Dessau eine Bestandsaufnahme und Ideensammlung für die Energieavantgarde Region Anhalt durchgeführt. Die Stiftung Bauhaus Dessau hat sich in den Jahren ihres Bestehens als bedeutende Wissenschafts- und Forschungseinrichtung zur Bauhausgeschichte und gestalterischen Problemstellungen der Gegenwart entwickelt. Das Bauhaus Dessau ist eine impulsgebende Adresse für Architektur, Design und darstellende Kunst.

Dank des Engagements und Interesses regionaler Akteure konnten in der (Zukunfts-)Werkstatt „Energie & Innovation“ nächste Schritte für das Projekt „Ein regionales Stromprodukt für Anhalt – von der Vision zum Experiment“ beschlossen werden. Auf einem Kolloquium im September 2013 wurden die Ergebnisse vorgestellt und der Weg abgesteckt, den die regionalen Partner thematisch und zur Verstetigung und Institutionalisierung der Kooperation beschreiten wollen.

Folgende weitere erste Arbeitsschritte werden derzeit ausgeführt:

Schlüsselprojekte der Energiewende an nicht zugänglichen Orten sollen für Besucher an einem Aktionswochenende geöffnet werden, Idee eines „klimaneutralen und emissionsfreien Urlaubs“, European Route of Industrial Heritage.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie entwickelt derzeit mit dem Projektträger Jülich, der Stiftung Bauhaus Dessau und deutschen Hochschulen den Wettbewerb „Energy Avantgarde“. Ziel der Initiative ist ein Exzellenzwettbewerb für die Nachwuchsförderung in der Architektur- und Ingenieurausbildung sowie die Stärkung von Forschung und Entwicklung für neue Systemlösungen auf dem Gebiet der Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien im gebauten Bestand der Städte.

Die Ferropolis GmbH arbeitet mit der Green Music Initiative daran, die Veranstaltungen auf Ferropolis im Sinne der Energiewende in Zukunft vollständig mit dem vor Ort erzeugten Solarstrom versorgen zu können. Das dreitägige Melt! Festival mit 20.000 Besuchern verbraucht etwa 80.000 kWh. Im Sommer 2013 wurde erstmalig ein Speicher der Firma Adensis versuchsweise eingesetzt, um die vor Ort mit Photovoltaikanlagen gewonnene Energie gezielt für Events vorhalten zu können – eine Technologie, zu der auf dem Markt noch keine geeigneten Produkte vorhanden waren.

Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen für die Regionalentwicklung.

Interessant ist die Verbindung der Themen Energie und Umwelt mit der Wirtschaftsförderung, und hier auch mit Tourismus. Der/die Umfrage-TeilnehmerIn findet bemerkenswert, dass unterschiedliche Akteure eine Kultur der Energieeffizienz und des bewussten Umgangs mit Energie bzw. Ressourcen vorantreiben wollen. Für sie/ihn wird dadurch deutlich, dass die Frage der Energiewende, welche unvermeidlich mit dem Klimaschutz einhergeht, mehr benötigt als den Blick auf Preise und die Angebotsseite. Ein komplexes Projekt, das eine High-Tech Solution nicht nur für die Umwelt, sondern für die wirtschaftliche Entwicklung der Region vorantreiben möchte.

Weiterführende Links

http://www.energieavantgarde.de/

http://www.bauhaus-dessau.de/energieavantgarde-anhalt.html



Klimareise

Im Sommer 2013 wurde auf Initiative der Agentur Matahina Interior Styling und der Fotografin Marén Wirths das Kunstprojekt „Klimareise“ durchgeführt, das die fotografische Darstellung der Aktualität des lokalen Klimaschutzes und -wandels aus Sicht der KölnerInnen und an Kölner Beispielen zum Ziel hatte. Die Fotos verdeutlichen kreativ die Wechselwirkungen des Klimas in den Themenfeldern Natur/Umwelt, Mobilität/Verkehr, Kunst/Kultur und Gebäude/Architektur.


Das Projekt „Klimareise“ sollte insbesondere die unmittelbar Projektbeteiligten aber auch die AusstellungsbesucherInnen durch fotografische und pädagogische Interaktion zum Umdenken, positiven Handeln und Mitmachen im Sinne des lokalen Klimaschutzes anregen. Der/die TeilnehmerIn der Umfrage betont, dass insbesondere durch den künstlerischen Aspekt das Thema Klimaschutz viele Menschen erreichte.

Finanziert wurde das Projekt durch das Programm KlimaBausteine, das 2011 durch den KlimaKreis Köln GmbH ins Leben gerufen wurde. Der KlimaKreis wiederum ist eine Allianz aus 21 Klima- und Energieexperten namhafter Institutionen aus Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden im Raum Köln.

Erfolgsfaktoren des Projektes waren laut dem/r TeilnehmerIn der Umfrage die Projektfinanzierung, Begeisterung und künstlerische Aktion der Ideengeberin, sowie Übertragung ebensolcher Begeisterung und Aktion auf alle Mitwirkenden, sodass ein Umdenken und Handeln im Sinne des Klimaschutzes erreicht werden konnte. Sicherlich ist auch der Fokus auf das Lokale ein Erfolgsfaktor, da es ermöglicht das globale Thema Klima auf Manifestationen vor Ort herunterzubrechen. Das Projekt zeigt weiter, das kreatives Arbeiten im Klimaschutz entsprechende Netzwerke vor Ort benötigt.


Weiterführende Links

http://www.koeln-kann-nachhaltig.de/tags/ausstellung/

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Klimaroute - Nationalparkroute Rhein Main

Die Klimaroute als Teil der Regionalpark-Route Rhein-Main ist vor allem den Aktivitätsbereichen Mobilität und Bildung zuzuordnen und bietet vielfältige Möglichkeiten der Informations- und Bewusstseinsbildung. Zusätzlich bietet sie Möglichkeiten der Orientierung und Identifikation in und mit der eigenen Region.

Die Regionalpark-Route Frankfurt-Rhein-Main bietet in ihrer Gesamtheit mit Wegeroutenführungen für Fußgänger und RadfahrerInnen mit und unter Einbeziehung der vielfältigsten Stationen, Freizeitgestaltung, Kunstwerke, Naturerlebnisse, Aktionen und Informationen für Kinder bis SeniorInnen mit den unterschiedlichsten Interessen. Der/die TeilnehmerIn der Umfrage bezeichnet sie als „hervorragend in der Vielfalt und Verknüpfung von Informationen und Veröffentlichungen (bekanntmachen und bewerben)“. Sie ist für ihn/sie „eine der wertvollsten Bereicherungen der Region“.

Die Klimaroute ist Teil der Regionalpark-Route Frankfurt-Rhein-Main. Hier geht es um die Darstellung des Klimawandels an verschiedenen Stationen entlang des Mains bezogen auf die Vergangenheit der Orte sowie auf Aspekte des Klimawandels in weltweiten Partnerregionen/-städten der beteiligten Kommunen.

Initiatoren waren der Regionalverband RheinMain und die Regionalpark Gesellschaft, beteiligt waren viele Kommunen der Region Rhein-Main, alle MitarbeiterInnen der Gesellschaft, die in den berührten Kommunen eingebundene Akteure (nicht zuletzt die Landwirtschaft) mit unterschiedlicher Beteiligung und verschiedenen Sponsoren (EU Förderung für Gesamtprojekt).

Erfolgsfaktoren waren die Vielfältigkeit der Beteiligten sowie die weitreichende Vernetzung in und für die Region. Für die Durchführung waren sowohl die Zusammenarbeit der Kommunen, als auch die Beteiligung und das Engagement der Hochschule für Gestaltung in Offenbach von Nöten, welche die Ausarbeitung der Stationen übernommen hat. Die künstlerische Gestaltung der einzelnen Stationen führte bereits im Vorfeld zu positiven Diskussionen und Auseinandersetzungen sowohl über Gestaltung als auch Inhalte. Das Projekt war in manchen Teilen mit großem zeitlichem Aufwand verbunden, der finanzielle Notstand mancher Teilnehmerkommunen förderte hingegen Kreativität und Flexibilität bezüglich Inhalt und Gestaltung der Stationen (z. B. Wiederverwendung der vorhandenen Materialien).

Bei der Entwicklung und Durchführung des Projekts waren zahlreiche ExpertInnen verschiedenster Bereiche beteiligt. Die nun vorhandenen Strukturen ermöglichen auch die Weiterentwicklung und Beteiligung von Außenstehen/Laien z. B. durch die Einbeziehung einzelner Stationen in lokale Aktionen und Veranstaltungen wie Bildungsprojekte und Kulturveranstaltungen.

Weiterführende Links

klimaroute.de

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Shoebag

Seit 1996 bedient die Desingerin Astrid Jansen mit ihrem gleichnamigen Label sowie mit dem Label Playbag einen internationalen Kundenstamm. Ihre Spezialität ist das Upcycling. Der Begriff ist eine Zusammensetzung aus den englischen Worten für „hoch“ und „Wiederverwertung“ und betont die stoffliche Aufwertung von Abfallprodukten und vermeintlich nutzlosen Stoffen. Die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Material reduziert die Neuproduktion von Rohmaterialien und verringert damit Energieverbrauch, Luft- und Wasserverschmutzung sowie Treibhausgasemissionen. Es können sich beliebig viele Werteketten (die Stufen des Transformationsprozesses, die ein Produkt oder eine Dienstleistung durchläuft, vom Ausgangsmaterial bis zur endlichen Verwendung) aneinanderreihen. Je länger das Produkt im Kreislauf gehalten wird, umso wertvoller ist es im klimafreundlichen Sinne.

Seit 2009 sorgt der „Shoebag“ von Astrid Jansen für Furore. Das Kunstwerk, beziehungsweise die Handtasche, besteht aus einem ausrangierten Damenschuh und aus ausrangiertem Sitzmöbel-Leder. Das Objekt ist ein Beispiel dafür, dass durch Kreativität die übliche Wertekette verlängert werden kann. Es gab mehrere Ausstellungen, regional und international, die das Objekt zeigten. Der “Shoebag“ ist unter anderem im Virtual Shoe Museum zu sehen und wurde im GRASSI Museum für Angewandte Kunst in Leipzig und in der Cheongju International Craft Biennale 2013 in Korea ausgestellt.

Weiterführende Links

Astrid Jansen

Shoebag auf der Biennale in Südkorea

NextCycle


Vorratskammer

 Die Künstlerinneninitiative myvillages.org wurde von der Kulturstiftung des Bundes und dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin eingeladen, ein künstlerisches Projekt zu entwerfen und umzusetzen, das die Versorgung und Bewirtung der BesucherInnen des Festivals „Über Lebenskunst“ aus lokalen Ressourcen zum Thema hatte. Das Festival „Über Lebenskunst“ ist Teil des gleichnamigen Projektes des Haus der Kulturen der Welt, welches der Frage nachgeht, was das “gute Leben” in der globalen ökologischen Krise sein könnte.

Resultat der Arbeit von myvillages.org in Zusammenarbeit mit Thomas Sprenger war, dass alles was beim Festival „Über Lebenskunst“ im August 2011 getrunken oder gegessen wurde, aus einer „Vorratskammer“ kam, die seit Sommer 2010 mit Lebensmitteln gefüllt wurde, die in und um Berlin produziert wurden.

Die Künstlerinneninitiative nutzte dieses Jahr, um z.B. (potentielle) Produzenten zu treffen und zusammenzubringen, Lebensmittel zu sammeln und zu verarbeiten, zu pflücken und zu konservieren sowie Ackerflächen, Milchbauern und Schnapsbrennereien zu suchen. Die Vorratskammer wurde in Zusammenarbeit mit LandwirtInnen und KleingärtnerInnen, Freunden und Familien, mit Großbetrieben und Kleinsterzeugern, mit Spezialisten und Amateuren, mit Kommerziellen und Nichtkommerziellen, Berlinern, Zugezogenen und Durchreisenden gefüllt. Die KünstlerInnen interessierten sich für Neuproduktionen ebenso wie für Bewährtes, für kleine Mengen wie für Große, für Schlepper und Mähdrescher wie für Handarbeit, für neue Technologien wie für Rosenlimonade. Die Vorratskammer füllte sich durch Tausch, Kauf, durch eigenen Anbau, gemeinschaftliche Ernte, neue Produktentwicklungen und Geschenke.

Das Eingelagerte wurde auf dem Festival täglich unterschiedlich und für verschiedene Anlässe an Orten im und um das Haus der Kulturen der Welt zubereitet und den unterschiedlichen Gästegruppen angeboten. Während des Essens konnte über das woher, wie und warum geredet werden. Am Ende des Festivals war das Lager so gut wie leer.

Die KünstlerInnen hatten aber nicht nur eine Vorratskammer angelegt, sondern auch Geschichten über die Lebensmittelproduktion in und um Berlin erfahren und gesammelt. Das dokumentierende Buch und der Film berichten vom Brennen und Brauen, vom Rote-Beete-Puffen und Schweine-Zerlegen, vom Salatanstich und dem großen Aufessen.

Literatur

Vorratskammer / Pantry, Hg. Kathrin Böhm, Wapke Feenstra, Antje Schiffers, Thomas SprengerLiteratur – ISBN 978-3-942700-26-9 (argobooks), ISBN 978-94-90322-38-0 (Jap Sam Books)

Weiterführende Links

Vorratskammer bei myvillages.org
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