Inspiration


Glossar Symbolbild: Glühbirne

Willkommen im Inspirations-Glossar!


Suchst Du Anregungen, wie Du das Thema „Kulturwandel für den Kommunalen Klimaschutz“ noch besser und phantasievoller kommunizieren kannst? Bei diesem Glossar wirst Du fündig. 

Vielleicht willst Du, beziehungsweise Deine Kommune, selbst ein klimakulturelles Projekt auf die Beine stellen. Oder Du bist einfach nur gespannt, was sich an der Schnittstelle von Kultur und Klimaschutz schon so alles getan hat. Dann wünschen wir viel Spaß beim Stöbern in den insgesamt elf Projektkategorien.

Wichtig: Natürlich ist unser Glossar keinesfalls vollständig. Wenn Du uns über weitere passende Projekte informieren möchtest, dann schreibe uns gerne eine Mail.


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SOZIALE BEWEGUNG

Lehmwand

Die Lehmwand des Künstlers Andy Goldsworthy entstand folgendermaßen: Eine Woche lang verkneteten acht Helfer mit der Hand 4125 Kilo Brandenburger Trockenlehm mit Wasser und Haar von Charlottenburger Friseuren und aus dem Afroshop wie beim Kuchenbacken. Dann wurde das feuchte Material auf eine vor der eigentlichen Trägerwand befestigten Holzwand in einer Stärke von einigen Zentimetern angebracht. In der Mitte der Wand war zuvor ein kreisrundes Segment herausgesägt und das Holz etwas tiefer versetzt worden. Beim Trocknen der ursprünglich glatt gestrichenen Wand bricht nun wegen der unterschiedlichen Dicke des Kreises in der Mitte der Lehm in gröberer Struktur als bei der übrigen Fläche, und am Übergang formt sich das Kreissegment als Kluft ab. Die in unregelmäßigen Rissen aufgebrochene Oberfläche der monochromen Wand hat eine enorme Präsenz, die durch die „ewige“ Kreisform in der Mitte noch verstärkt wird.

Goldsworthy ist ein prominentes Beispiel für einen Künstler, der mit Naturmaterialien arbeitet. Er stellt eine Nähe zwischen BetrachterIn und Natur her. Laut Zeitungsartikel hatte die Lehmwand eine große Reichweite und sprach ein breites Publikum an.

Des Weiteren hat Lehm als Baustoff viele interessante Eigenschaften und kann auch heute als nachhaltiger Baustoff eingesetzt werden. Der Rohstoffverbrauch ist gleich null, nach dem Abriss kann die vormalige Wand wieder als Erde benutzt werden. Der Energieaufwand beim Bau mit Lehm ist verglichen mit Stahlbeton gerade mal ein Prozent. Hinzu kommen Erfahrungen aus jahrtausendelanger Anwendung, die Schaffung eines gesundes Raumklimas, extrem lange Haltbarkeit, niedrige Kosten bei der Anschaffung wie bei der Verarbeitung, leichte Reparaturen usw.

Weiterführende Links

Artikel bei tagesspiegel.de


Lindenstraße

Die Lindenstrassenfolge „Suche Klima – Biete Schutz“ wurde im August 2008 ausgestrahlt. Das Beispiel wird als „Entertainment Education“ bezeichnet.

Es ist ein Beispiel dafür wie ein sehr populäres Format mit einer hohen Reichweite auf das Thema Nachhaltiger Konsum aufmerksam machen kann. Bei der Entwicklung und Umsetzung der Folge kooperierte das Lindenstraße-Team sowohl mit dem Referat für Gesundheit und Umwelt der Stadt München als auch mit dem Bundesumweltministerium. In der Folge findet ein Klimafest auf dem Marienplatz statt, das dann auch in der realen Welt stattfand. So wurde gleichzeitig Werbung für das Fest gemacht.

Inhalt der Folge: Auf dem Bildschirm vermittelten Helga Beimer, die „Mutter der Nation“, und viele andere in ihren Gesprächen zahlreiche nachhaltige Konsumtipps, z. B. den, dass der Konsum regionaler und vor allem saisonaler Produkte CO2-sparender ist als der Kauf von Tiefkühlprodukten. Am Ende der Sendung rief Mutter Beimer zum Start einer Fahrradrallye auf: „Setzen wir uns ein für unser Klima, setzen wir uns ein für unsere Umwelt – auf zum Marienplatz!“ Während die DarstellerInnen in der Sendung gemeinsam zum Marienplatz in München radelten, um dort ein Klimafest zu feiern, waren die Planungen des realen Umweltfestes in München in vollem Gange.

Die Folge bietet Orientierung und zeigt positive Handlungsspielräume auf.

Weiterführende Links

Folge bei lindenstrasse.de ansehen

Beitrag im Jahrbuch Ökologie 2013 (pdf)


Nordbahntrasse Wuppertal

Das Projekt beinhaltet den Umbau einer stillgelegten Bahntrasse in einen Fuß- und Radweg in der Stadt Wuppertal. So soll die Nordbahntrasse eine ökologische Alternative zum privat genutzten PKW und zum öffentlichen Nahverkehr bieten. Gleichzeitig werden so Ingenieurbauwerke (Ende 19 Jh.) erhalten und können weiter als Wahrzeichen der Stadt positiv nach außen wirken. Zudem erhoffen sich die InitiatorInnen weitere positive soziale und wirtschaftliche Auswirkungen, z.B. Integration von Stadtbezirken mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen sowie Eröffnung von Wachstumspotenzialen entlang der Strecke.


Bei diesem Projekt ging der Anstoß von BürgerInnen aus, die sich 2006 in dem Verein „Wuppertalbewegung e.V.“ zusammenschlossen und auch die Anschubfinanzierung für das Projekt organisierten. Er wurde von 21 BürgerInnen gegründet und zählt mittlerweile (Stand August 2011) über 3500 aktive UnterstützerInnen. Das Projekt wird nun in Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal umgesetzt.


Der/die Umfrage-TeilnehmerIn, der/die dieses Projekt vorstellte, wertet starke Protagonisten, Bürgereinbeziehung, politischen Willen und das Durchhaltevermögen aller Beteiligten als wichtige Erfolgsfaktoren. Ferner sei auch die künstlerische Gestaltung von Brücken und Trassenabschnitten sowie Aktionen wie der „Tanztunnel“ wichtig für die Motivierung und Aktivierung der BürgerInnen der Stadt sowie aktive Nutzung der neu gewonnenen Fläche. Interessant ist auch die vom Verein angebotene Möglichkeit, Trassenpatenschaften zu übernehmen. Dies umfasst nicht nur einen möglichen finanziellen Beitrag sondern auch Prüfung des Abschnitts auf Mängel und Gefahren, auf Wildwuchs und Graffiti, sowie die Entwicklung von Projekten auf und mit der Trasse, somit ist eine kontinuierliche Einbeziehung der BürgerInnen gewährleistet.


Das Beispiel bietet den BürgerInnen der Stadt Wuppertal Orientierung und Identifikationsmöglichkeiten und lässt sie ihren Handlungsspielraum erkennen.


Weiterführende Links

wuppertalbewegung-ev.de


Prinzessinnengarten

Eine Brache in einen Garten verwandeln: Seit Sommer 2009 befindet sich am Moritzplatz in Berlin-Kreuzberg der Prinzessinnengarten. Wo über 60 Jahre eine Brachfläche war, wird heute eine große Vielfalt von Gemüse- und Kräutersorten mitten in der Stadt angebaut.
Im Sommer 2009 haben wir damit angefangen, diese 6000 ungenutzten Quadratmeter vom Müll zu befreien und in einen lebendigen Nutzgarten zu verwandeln. In einem Bezirk mit hoher Verdichtung, wenig Grün und vielen sozialen Problemen können Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Nachbarn, interessierte Laien, passionierte Gärtner und Freiluftenthusiasten – mit einem Wort jeder, der will – in dieser sozialen und ökologischen Landwirtschaft in der Stadt gemeinsam mit uns Lernen, wie man lokal Lebensmittel herstellt und gemeinsam einen neuen Ort urbanen Lebens schafft.“

Der Prinzessinnengarten schaffte nach vielen Vorläuferprojekten (Urban Gardening in den USA, Interkulturelle Gärten u.a.) 2009 einen Durchbruch für das professionelle, öffentlichkeitswirksame Hipster-Urban Gardening in Deutschland. Oft sind es nun junge, szene-nahe Menschen, die sich für diese Art der gemeinschaftlichen Praxis interessieren.
Alternative Anbaumethoden im Stadtraum, umweltverträgliche Ernährungsgewohnheiten, Ressourcenschonung durch Recycling und Urban Mining, Suffizienz und Subsistenz bilden den Hintergrund für die Themen der vielfältigen Tätigkeiten, Treffen und Veranstaltungen im Garten. Ein Container bietet Raum für das Restaurant, es gibt zahllose hochinteressanter Vorträge, stimmungsvolle Konzerte und mitreißende Performances.

Der Garten wird von den beiden „Nomadisch Grün gGmbH“-Gründern und Geschäftsinhabern Marco Clausen und Robert Shaw professionell geleitet, die sich zusammen mit einem schnell angewachsenem Team stets produktiv neue Veranstaltungsformate und Finanzierungsquellen erschließen. Insofern ist dieser Garten ungewöhnlich, bekommt aber immer mehr Nachahmer (AnnaLinde Leipzig u.v.a.).

Weiterführende Links

prinzessinnengarten.net


Solidarische Landwirtschaft Darmstadt

Im Herbst 2011 hat sich die SoLaWi in Darmstadt gegründet. Ihre Vision ist es, eine Vielfalt an frischen, gesunden Lebensmitteln aus der Region zu beziehen und es gleichzeitig den LandwirtInnen zu ermöglichen, weitestgehend frei von kapitalistischen Zwängen und somit wirklich nachhaltig und bedarfsorientiert zu wirtschaften.

Durch das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft kommen die ErzeugerInnen der Nahrungsmittel mit den VerbraucherInnen zusammen. Sie entscheiden basisdemokratisch, was im folgenden Jahr angebaut wird und kalkulieren die Kosten. Die Gruppe der KonsumentInnen steuert, meist im Voraus, die erforderlichen Mittel bei und wird dafür das ganze Jahr über mit Gemüse und anderen Hoferzeugnissen versorgt. Risiken wie Missernten werden in gemeinschaftlicher Verantwortung getragen. Überschüsse, wie sie im jetzigen System die Regel sind, werden vermieden – ebenso wie lange Transportwege mit all ihren Implikationen. Die Solidarische Landbewirtschaftung ist grundsätzlich nicht profitorientiert, sondern kostendeckend. Die Produkte werden in Depots in der Stadt für die KonsumentInnen zum Abholen bereitgestellt. Des Weiteren wird den KonsumentInnen bewusst, was zu welcher Jahreszeit in Deutschland überhaupt angebaut werden kann. In Darmstadt kann man sich als KonsumentIn und als ProduzentIn beteiligen.

In Darmstadt ist SoLaWi Teil der Transition Town Bewegung. Ferner gibt es ein loses deutsches Netzwerk von Gruppen Solidarischer Landwirtschaft. Die Idee entstand in den 1980er Jahren im deutschsprachigen Raum sowie in den USA, ausgehend von den Landwirten Trauger Groh und Robin Van En.

Für den/die TeilnehmerIn der Umfrage war das Beispiel insbesondere aufgrund seines sozialen Charakters wichtig, da viele gleichgesinnte Menschen für andere, die weniger Geld haben, mit bezahlen. Aus anderen Bereichen würde er/sie dies nicht kennen, weil jede/r nur noch „mit ausgefahrenen Ellenbogen“ hantiere.

Dem Projekt treten Menschen mit gemeinsamen Werten und Visionen bei, und dadurch entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, insbesondere durch den stark lokalen Bezug. Stärkere Bewerbung des Projektes würde dem Thema noch mehr Aufmerksamkeit geben und auch Menschen dafür interessieren, die sich bislang nicht mit konventioneller Landwirtschaft und ihren Folgen etc. auseinandergesetzt haben. Das Projekt ist eine Low-Tech Solution, mit einem gewissen organisatorischen Aufwand und nötigem landwirtschaftlichem Know-How.

Weiterführende Links

solawi-darmstadt.de

Netzwerk Solidarische Landwirtschaft



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